Galaktopoese
Englisch: galactopoiesis
Definition
Die Galaktopoese bezeichnet die Aufrechterhaltung der Milchbildung und ‑abgabe nach Etablierung der Laktation. Sie entspricht der Phase der kontinuierlichen Milchsekretion (Erhaltungsphase).
Hintergrund
Die Galaktopoese ist die 3. Phase des dreiteiligen Laktationsprozesses:
- Mammogenese – Drüsenentwicklung
- Laktogenese – Beginn der Milchbildung
- Galaktopoese – Aufrechterhaltung der Milchproduktion
Physiologie
Die Aufrechterhaltung der Milchbildung wird primär hormonell und reflektorisch gesteuert. Zentral ist das Prolaktin, dessen Ausschüttung durch den Saugreiz an den Mamillen reflektorisch ansteigt. Gleichzeitig hemmt der Saugreiz den Prolaktin-Inhibiting-Faktor (PIF) und verstärkt so die Prolaktinfreisetzung.
Oxytocin aus dem Hypophysenhinterlappen vermittelt durch Kontraktion der Myoepithelzellen den Milchejektionsreflex. Weitere Hormone wie Wachstumshormon, TSH und ACTH wirken unterstützend bzw. modulierend auf die Laktation.
Zusätzlich besteht eine lokale autokrine Regulation. Der Feedback-Inhibitor der Laktation (FIL) hemmt bei Milchstau die Milchsekretion. Eine regelmäßige Entleerung der Brust reduziert diese Hemmung und fördert die weitere Milchbildung.
Fördernde Faktoren sind häufiges Stillen bzw. Abpumpen, gute Hydratation und ausreichend Ruhe. Hemmend wirken Stress, Erkrankungen, hormonelle Störungen sowie eine unzureichende Brustentleerung.
Klinische Relevanz
Eine gestörte Galaktopoese führt zu einer Hypogalaktie. Therapiemöglichkeiten sind optimiertes Stillmanagement, Galaktagoga und Stressreduktion.
Quellen
- Weyerstahl und Stauber, Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, 4. Auflage, Thieme, 2013
- SpringerMedizin – Regulation der Laktation, abgerufen am 19.02.2026