Laktogenese
Englisch: lactogenesis
Definition
Die Laktogenese bezeichnet den Beginn der Milchbildung in der Brustdrüse. Sie setzt rund um die Geburt ein, wenn der zuvor hemmende Einfluss hoher Östrogen- und Progesteronspiegel wegfällt und Prolaktin die Milchbildung aktivieren kann.
Einordnung
Die Laktogenese stellt Phase 2 des dreiteiligen Laktationsprozesses dar:
- Mammogenese – Drüsenentwicklung
- Laktogenese – Beginn der Milchbildung
- Galaktopoese – Aufrechterhaltung der Milchproduktion.
Stadien
Die Laktogenese wird klassisch in zwei Stadien unterteilt. Die Laktogenese I beginnt während der Schwangerschaft. In dieser Phase differenziert sich das Drüsengewebe. Dazu wird das Kolostrum gebildet. Die Laktogenese II setzt etwa 2–3 Tage postpartal ein und ist durch einen deutlichen Anstieg der Milchbildung gekennzeichnet. Dieser Übergang wird durch den abrupten Abfall der Plazentahormone nach der Geburt ausgelöst, wodurch das Prolaktin seine volle Wirkung entfalten kann.
Physiologie
Die Vorbereitung auf die Milchbildung erfolgt durch Östrogen, Progesteron, Humanes Plazentalaktogen (HPL) und Prolaktin, die das Drüsengewebe während der Schwangerschaft proliferieren und differenzieren lassen. Hohe Progesteronspiegel hemmen zunächst die volle Prolaktinwirkung. Nach der Geburt setzt der "Milcheinschuss" ein.
Regulatorische Mechanismen
Die initiale Milchbildung ist hormonell gesteuert (endokrine Phase). Erst nach Etablierung der Laktation übernimmt die autokrine Regulation den Hauptanteil, der zur Galaktopoese gehört.
Klinischer Bezug
Störungen der Laktogenese können zu einem verzögerten Milcheinschuss führen. Häufige Ursachen sind Kaiserschnitt, maternaler Stress oder hormonelle Störungen.
Quellen
- T. Weyerstahl, M. Stauber: Duale Reihe Gynäkologie und Geburtshilfe, 4. Auflage 2013
- C. Keck et al.: Praxis der Frauenheilkunde: Endokrinologie, Reproduktionsmedizin, Andrologie, 2. Auflage 2002
- SpringerMedizin – Regulation der Laktation, abgerufen am 19.02.2026