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Flohsamen

1 Definition

Der Flohsamen ist eine Heilpflanze und gehört zur Gattung der Wegeriche. In der Pflege werden in der Regel (in Absprache mit dem Therapeuten) die Samenschalen der Stammpflanzen Plantago afra und Plantago indica genutzt. Die Droge ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Eine ähnliche Droge sind indische Flohsamen (Stammpflanze: Plantago ovata).

2 Inhaltsstoffe

Flohsamenschalen gehören zur Gruppe der Quellmittel. Diese sind nicht resorbierbare Substanzen, die im Darm aufquellen, ihn dehnen und so reflektorisch die Darmperistaltik anregen. Nähr- und Brennwert-Angaben pro 100 g:

Flohsamenschalen enthalten Ballaststoffe und Schleimmengen, die in Verbindung mit Wasser aufquellen und sich im Magen-Darm-Kanal verteilen.

3 Indikation

Zur Darm- bzw. Stuhlregulierung bei

Flohsamenschalen werden ferner bei Reizdarmsyndrom und Erkrankungen, die einen weichen Stuhl erforderlich machen, eingesetzt (z.B. Hämorrhoiden, Analfissuren).

4 Wirkung und Wechselwirkung

Das hohe Quellvolumen der Flohsamenschalen hat ein schnelles Sättigungsgefühl zur Folge und regt die Darmtätigkeit an, was günstig bei Übergewicht ist.

Fett, Zucker, Cholesterin und Toxine in der Nahrung werden in geringer Menge aufgenommen, gebunden und anschließend ausgeschieden. Das kann zu einer leichten Senkung der entsprechenden Blutwerte führen und besonders bei Diabetikern von Bedeutung sein. (Insulingaben durch Blutzuckermessungen überprüfen, da eine Reduktion der Insulinmenge nötig werden könnte).

Generell sind Flohsamenschalen bei schwer einstellbarem Diabetes mellitus kontraindiziert, wie auch die Einnahme von Medikamenten, die die Darmtätigkeit hemmen.

5 Nebenwirkungen

Vereinzelt treten durch die Quellwirkung Völlegefühl, Appetitmangel und Blähungen auf. In diesem Fall kann die Einnahmemenge reduziert bzw. die Einnahme ganz unterlassen werden.

In der Fachliteratur wurde in seltenen Einzelfällen Überempfindlichkeitsreaktionen an der Haut und den Atmungsorganen beschrieben. Das betraf insbesondere Patienten mit Asthma, chronischer Urticaria und Personen mit Überempfindlichkeit auf Acetylsalicylsäure und andere Rheuma- und Schmerzmittel (1.).

In der Praxis wurden gelegentlich Unverträglichkeiten bei Kolondivertikel bzw. Kolondivertikulose beobachtet. Diese waren vermutlich durch Einlagerung und Aufquellen des Flohsamens in den Divertikeln bedingt. Die Patienten klagen zunächst über Bauchschmerzen und Flatulenz. Wird nicht therapiert, kommt es zur Divertikulitis.

6 Dosierung

Die Behandlung sollte einschleichend mit einem Teelöffel Flohsamenschalen in 200 ml Wasser pro Tag begonnen werden und kann fortlaufend auf zwei Teelöffel pro Tag in 400 ml Wasser gesteigert werden. In der Regel reicht diese Dosierung aus.

Die Dauer der Einnahme ist bei guter Verträglichkeit nicht begrenzt. Während der Behandlung soll ausreichend Wasser getrunken werden, da es gelegentlich zu einem Darmverschluss kommen kann. Auch soll die Einnahme nicht im Liegen erfolgen (Gefahr der Verstopfung des Rachenraumes). Daher wird auch das Einrühren der Flohsamenschalen in Nahrungsmittel bei Schwerkranken aus pflegerischer Sicht, wegen der eingeschränkten Flüssigkeitsmenge, nicht empfohlen (Gefahr einer Obstipation bzw. eines Ileus).

Dauer und Menge der Einnahme sind schlecht zu quantifizieren, da die Samenschalen bei jeder Person unterschiedlich wirken. Allgemein ist bekannt, dass die Wirkung erst nach 12 bis 24 Stunden einsetzt und die maximale Wirkung nach etwa 24 Stunden erreicht wird. Daher sollte man diese Zeiträume unbedingt berücksichtigen.

7 Haltbarkeit und Lagerung

Flohsamenschalen sind mindestens 24 Monate haltbar. Kühl und trocken lagern.

8 Siehe auch

9 Links

  1. http://www.flohsamen.biz/
  2. http://www.sanego.de/Medikament_Flohsamenschalen
  3. Ballaststoffe lindern Reizdarmsyndrom

10 Literatur/Quellen

  • Flohsamen, Die sanfte zum Abnehmen und Entgiften. Natur und Heilen, 4/2011, 22-29
  • Kurt Wanka: "Flohsamen" in Pflegewiki. Bis 1.10.2012: 32.794 Aufrufe. Hier die Versionsgeschichte:[1]
  • HMPC Monographie [2]
  • Holm & Herbst: Botanik und Drogenkunde, Deutscher Apotheker Verlag, 9. Auflage.

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