FlexiEssay: Lebensrettende Sofortmaßnahmen bei Neugeborenen nach der Geburt

Dieser Artikel ist keine lexikalische Definition, sondern ein so genannter FlexiEssay. Essays erklären spezielle Fragestellungen in der Medizin. Sie sind im Gegensatz zu anderen Artikeln nur teilweise frei editierbar. Bitte beachten Sie die Hinweise am Seitenende.

1 Definition

Als lebensrettende Soformaßnahmen bei Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt bezeichnet man mehrere ineinandergreifende Behandlungsabläufe, die bei unterschiedlichen Notfallsituationen nach erfolgter Entbindung zur Anwendung kommen.

2 Allgemein

Die lebensrettenden Sofortmaßnahmen gelten vorwiegend für das Rettungspersonal (Rettungs- sowie Notfallsanitäter) bei einer anstehenden Haus- bzw. Wagengeburt. Neben der Versorgung des Neugeborenen ist auch die Gesundheit der Mutter sicherzustellen.

3 Ablaufschema

4 Allgemeinbefinden

Atmet das Kind nach der Geburt nicht kräftig genug und/oder bewegt es sich nicht ausreichend, so werden mehrere Parameter zur Beurteilung des Zustandes herangezogen:

4.1 Atmung

  • Überprüfung, ob das Neugeborene eine selbständige Atmung aufweist
  • Eigenatmung vorhanden: Kontrolle der Atemfrequenz (30-60/min)
  • Gleichzeitige Kontrolle, ob der Brustkorb sich seitengleich hebt und senkt

4.2 Kreislauf

4.3 Hautfarbe

  • Kontrolle, ob das Baby eine zentral rosige, zyanotische oder blasse Farbe aufweist
  • Ein gesundes Neugeborenes weist bei einer effektiven Spontanatmung innerhalb 30 sek. eine rosige Hautfarbe auf

4.4 Muskeltonus

  • Guter Muskeltonus: das Baby zeigt kräftige Bewegungen
  • Reduzierter Muskeltonus: langsame und träge Bewegungen des Babys; eventuell nur nach dem Setzen eines Reizes
  • Schlaffer Muskeltonus: keine selbstständigen Bewegungen vorhanden

5 Sicherstellung der Lungenbelüftung

Folgende Schritte sollten abgearbeitet werden, um die Sicherstellung der Lungenbelüftung zu gewährleisten:

  • Abtrocknen des Neugeborenen, um eine zusätzliche Stimulation zur Spontanatmung zu setzen
  • Baby unbedingt vor Wärmeverlust schützen (Silberwindel, warme Tücher)
  • Gegebenfalls Atemwege freimachen (mit Oro-Sauger)
  • Atmung und Kreislauf (Herzspitze) mit dem Stethoskop kontrollieren
  • Notarztindikation

5.1 Keine Atmung oder Herzfequenz < 100/min.

  • Kopf in Neutralstellung bringen/halten
  • 30 Sekunden beatmen (2-3 sek./Beatmung): ersten Beatmungen dienen der Belüftung der Lungen und Entfaltung
  • Beutelbeatmung erfolgt mit 6-8 Liter O2-Zufuhr und angeschlossenem Reservoir
  • Abnabelung vornehmen

6 Herstellen der Lebensfunktionen

  • Atmung und Kreislauf müssen mit dem Stethoskop an der Herzspitze kontrolliert werden

6.1 Herzfrequenz < 60 Schlägen/Minute

  • Baby auf harte Unterlage legen
  • Abwechselnd Herzdruckmassage und Beatmung (3:1) durchführen
  • Druckpunkt für CPR: unterhalb Verbindungslinie beider Brustwarzen
  • Senkrechter und gleichmäßiger Druck ausüben
  • Frequenz der CPR: 120/min
  • Kontrolle der Herzfrequenz alle 30 sek.

6.2 Keine Atmung feststellbar bzw. Herzfrequenz < 100 Schlägen/Min.

  • Beatmungen durchführen (30/min), 1-1,5 sek./Beatmung
  • Beatmungsintensität muss so gewählt werden, dass sich der Brustkorb/Bauch ähnlich einer normalen Atmung hebt um ausreichende Belüftung zu gewähren
  • Kontrolle der Herzfrequenz und Atmung alle 30 sek.

7 Beenden der Maßnahmen

Sowohl Herzdruckmassage als auch Beatmung werden so lange durchgeführt, bis die Frequenz über 60 Schläge pro Minute ansteigt. Die Beatmung wird bis zum Anstieg auf über 100 Schläge pro Minute und bis zu ausreichender Spontanatmung fortgesetzt und kann nach erfolgter Kontrolle abgesetzt werden. Im Anschluss sollte das Neugeborene in eine stabile Seitenlage gebracht, überwacht und unter kurzen Intervallen kontrolliert werden.

8 Hinweise

FlexiEssays geben die persönliche Einschätzung des Autors wieder, die nicht notwendigerweise mit der allgemeinen Lehrmeinung kongruent ist.

9 Primärautor

Dieses FlexiEssay stammt von Patrick Messner.

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