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Färbeverfahren

(Weitergeleitet von Färbetechnik)

Synonyme: Färbetechnik, Färbemethode, histologische Färbung
Englisch: staining

1 Definition

Färbeverfahren bzw. Färbungen werden in der Histologie, Pathohistologie und Mikrobiologie, zum Teil auch in der Endoskopie eingesetzt, um mit Hilfe von Farbstoffen die optische Darstellung von Gewebestrukturen zu verbessern. Sie dienen dazu, bestimmte Zell- oder Gewebebestandteile hervorzuheben, um ihre Differenzierung und Beurteilung zu erleichtern.

2 Einteilung

2.1 Einfache Färbeverfahren

Der Farbstoff interagiert direkt mit dem entsprechenden Gewebe- bzw. Zellbestandteil und geht mit ihm eine Ionenbindung ein. Strukturen, die saure Farbstoffe binden, nennt man eosinophil. Reagieren sie hingegen mit basischen Farbstoffen, nennt man sie basophil. Verhalten sie sich neutral, sind sie neutrophil. Die verbreitetste Färbemethode ist die Hämatoxylin-Eosin-Färbung (HE-Färbung). Färbungen mit mehreren Farbstoffen werden als Differentialfärbungen bezeichnet.

2.2 Histochemische Färbeverfahren

Histochemische und zytochemische Färbeverfahren dienen dem Nachweis bestimmter chemischer Substanzen in Zelle oder Geweben, zum Beispiel dem Nachweis von Kollagenfasern, Muzinen, Glykosaminoglykanen oder zwei- oder dreiwertigem Eisen. Dabei reagiert die Farbreagenz in einer bekannten chemischen Reaktion direkt mit bestimmten Zellbestandteilen bzw. Gewebestoffen. Beispiele für histochemische Färbeverfahren sind die PAS-Reaktion oder die Feulgen-Reaktion.

2.3 Enzymhistochemische Färbeverfahren

Enzymhistochemische bzw. enzymzytochemische Färbeverfahren setzen intakte Enzyme voraus und werden vor allem bei der Untersuchung von Frischgeweben, teilweise aber auch von fixierten Geweben verwendet. Ihr Grundprinzip beruht darauf, eine farbloses Substrat durch das im Gewebe lokalisierte Enzym in ein farbiges Endprodukt umzuwandeln und damit die enzymtragende Struktur sichtbar zu machen. Beispiel ist der enzymhistochemische Nachweis intestinaler Innervationsstörungen (z.B. Morbus Hirschsprung) durch die Acetylcholinesterase-Reaktion.

2.4 Immunhistochemische Färbeverfahren

Diese Verfahren werden auch als Antikörperfärbung bezeichnet. Sie basieren darauf, Proteine oder andere Strukturen mit Hilfe von markierten Antikörpern sichtbar zu machen. An die Antikörper sind wiederum Enzyme gekoppelt, welche gemeinsam mit einem Substrat eine Farbreaktion auslösen. Die Färbung erscheint an der Stelle der Antigen-Antikörper-Reaktion. Sind die Antikörper mit Fluoreszenzfarbstoffen markiert, spricht man von Immunfluoreszenz.

3 Beispiele für Färbeverfahren

Fachgebiete: Histologie

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