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Epikonus-Syndrom

Synonym: Epikonussyndrom

1 Definition

Das Epikonus-Syndrom ist ein Querschnittssyndrom mit einer Schädigung der unteren lumbalen und/oder oberen sakralen Rückenmarkssegmente (L4–S2).

2 Ätiopathogenese

Das Epikonus-Syndrom ist sehr selten. Ursache ist meist ein Trauma, Hämatom oder eine Neoplasie. Charakteristisch ist eine querschnittsförmige Schädigung der unteren lumbalen und/oder oberen sakralen Segmente, also zwischen L4 und S2. In diesem Bereich kommt es zu einer Unterbrechung der Leitungsbahnen und zu einer Läsion der grauen Substanz des Rückenmarks.

Die Besonderheit des Epikonus-Syndroms besteht darin, dass die am weitesten kaudal gelegenen spinalen Funktionen im untersten Anteil des Rückenmarkskonus erhalten bleiben.

3 Klinik

Klinisch manifestiert sich das Epikonus-Syndrom v.a. durch motorische Symptome. Es kommt zu einer schlaffen Parese beider Beine. Dabei sind alle bestehenden Beinfunktionen ausgefallen, mit Ausnahme der Hüftbeugung, Hüftadduktion und Kniestreckung.

Entsprechend sind damit einhergehend alle Reflexe in diesem Bereich betroffen. Der Achillessehnenreflex (L5-S2) und der Tibialis-posterior-Reflex (L5, S1) sind aufgehoben, bei erhaltenem und auslösbaren Patellarsehnenreflex (L2-L4). Da die Funktionen im untersten Rückenmarkabschnitts, dem Conus medullaris, intakt bleiben, ist das Perineum frei von jeglichen Reflexausfällen. Die Analreflex (S3-S5) bleibt somit ebenfalls erhalten.

Weiterhin finden sich an den Beinen Sensibilitätsstörungen ab Segment L4 oder tiefer.

Je nach Lokalisation des sakralen Blasenzentrums, dessen Lage zwischen S1 und S4 variieren kann, kommt es darüber hinaus zu unterschiedlichen Blasenfunktionsstörungen. Bei weit kaudaler Lage des Blasenzentrums bleibt dessen Funktion erhalten und es resultiert eine Reflexblase. Liegt das Blasenzentrum hingegen weiter kranial, so folgt eine schlaffe Überlaufblase.

Diese Seite wurde zuletzt am 14. Januar 2021 um 17:00 Uhr bearbeitet.

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