Emotionale Labilität
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Definition
Emotionale Labilität bezeichnet eine ausgeprägte Instabilität der Affektregulation mit raschen und häufig unangemessenen Stimmungswechseln. Betroffene zeigen eine verminderte Fähigkeit, emotionale Reaktionen an situative Anforderungen anzupassen. Die Affektwechsel erfolgen oft abrupt und sind in Intensität und Dauer nicht proportional zum auslösenden Reiz.
Klinische Symptomatik
Typische Merkmale emotionaler Labilität sind:
- rascher Wechsel zwischen affektiven Zuständen wie Traurigkeit, Reizbarkeit, Angst oder Euphorie
- verminderte Impulskontrolle
- erhöhte emotionale Reaktivität auf geringfügige Belastungen
- affektive Entgleisungen wie Weinen, Ärger oder Gereiztheit ohne adäquaten Anlass
Begleitend können vegetative Symptome wie Schwitzen, Herzklopfen oder innere Unruhe auftreten. Die Symptomatik kann situationsabhängig verstärkt sein und ist häufig subjektiv als Kontrollverlust über die eigenen Emotionen beschrieben.
Ätiologie und Einordnung
Emotionale Labilität ist kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern ein unspezifisches psychopathologisches Symptom, das bei unterschiedlichen somatischen und psychiatrischen Erkrankungen auftreten kann. Häufige Assoziationen bestehen unter anderem mit:
- affektiven Störungen (z. B. Depression, bipolare Störung)
- Persönlichkeitsstörungen, insbesondere emotional instabile Persönlichkeitsstörung
- neurologischen Erkrankungen (z. B. Schädel-Hirn-Trauma, Multiple Sklerose, Schlaganfall)
- hormonellen Dysregulationen
- Medikamentennebenwirkungen oder Substanzkonsum
In der neurologischen Diagnostik wird emotionale Labilität teilweise auch als pathologischer Affekt oder Affektinkontinenz beschrieben.
Diagnostik
Die Diagnostik erfolgt klinisch anhand der Anamnese und psychopathologischen Befunderhebung. Wichtig ist die Abgrenzung zu situationsadäquaten emotionalen Reaktionen sowie die Identifikation einer zugrunde liegenden Grunderkrankung. Ergänzend können neuropsychologische Testverfahren, laborchemische Untersuchungen oder bildgebende Verfahren indiziert sein.
Therapie
Die Behandlung richtet sich primär nach der Grunderkrankung. Therapeutische Ansätze umfassen:
- psychotherapeutische Interventionen (z. B. Verhaltenstherapie, emotionsregulierende Verfahren)
- medikamentöse Therapie bei zugrunde liegenden affektiven oder neurologischen Erkrankungen
- Psychoedukation und Stressmanagement
Eine interdisziplinäre Behandlung ist insbesondere bei komplexer Ätiologie sinnvoll.
Literatur
- American Psychiatric Association. (2022). DSM-5-TR: Diagnostic and statistical manual of mental disorders (5th ed., text rev.). American Psychiatric Publishing.
- World Health Organization. (2021). International classification of diseases for mortality and morbidity statistics (11th ed.). WHO.