Elongase
Synonym: Fettsäure-Elongase
Englisch: elongase
Definition
Elongasen sind membrangebundene Enzymkomplexe, die zu den Transferasen (EC-Klasse 2) gehören. Sie sind im endoplasmatischen Retikulum (ER) lokalisiert und katalysieren den ersten Schritt der Verlängerung von Fettsäuren um einen C2-Körper.
Hintergrund
Elongasen und Desaturasen regulieren die Kettenlänge und den Sättigungsgrad von Fettsäuren und damit deren Funktionen und Stoffwechsel. In eukaryotischen Zellen können Fettsäuren, die entweder im Zytosol durch Fettsäuresythasen synthetisiert oder aus der Nahrung aufgenommen werden, durch spezifische, membrangebundene Enzyme im ER weiter desaturiert und zu langkettigen (C16, C18), sehr langkettigen (C24–C26) oder ultralangkettigen Fettsäuren (VLCFAs) (C28 bis ≥ C36 ) verlängert werden. Die benötigten zwei Kohlenstoffatome für die Verlängerung der Fettsäure werden von Malonyl-CoA geliefert. An der Reaktion sind außerdem NADPH und 3-Ketoacyl-CoA-Synthasen beteiligt.[1]
Genetik
Beim Menschen sind sieben Fettsäure-Elongasen bekannt (ELOVL1-7). ELOVL1, ELOVL5 und ELOVL6 werden ubiquitär und ELOVL2 vorwiegend in Hoden und Leber exprimiert. ELOVL3 wird in Hoden, braunem Fettgewebe, Haut sowie Leber und ELOV4 in Retina, Meibom-Drüsen, Gehirn, Haut und Hoden exprimiert. Diese sieben Enzyme weisen jeweils spezifische Substratpräferenzen hinsichtlich Acylkettenlänge und Sättigungsgrad auf.
Klinische Relevanz
Drei der sieben ELOVL-Proteine (ELOVL1 , ELOVL4 und ELOVL5) sind derzeit (2026) mit monogenen Erkrankungen assoziiert (z. B. Morbus Stargardt).
Literatur
- Ferrero et al., The ELOVL proteins: Very and ultra long-chain fatty acids at the crossroads between metabolic and neurodegenerative disorders, Mol Genet Metab, 2025
Quelle
- ↑ Gao et al. Lipids | Very Long Fatty Acids in Health and Disease. Encyclopedia of Biological Chemistry III (Third Edition. 2:695-706. 2021