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Elektroretinographie

(Weitergeleitet von Elektroretinogramm)

Synonym: Elektroretinografie
Englisch: electroretinography

1 Definition

Die Elektroretinographie, kurz ERG, ist eine diagnostische Methode, um die elektrische Antwort der Netzhaut auf einen kurzen Lichtblitz zu messen und in Form eines Elektroretinogramms darzustellen.

siehe auch: Elektrookulogramm (EOG)

2 Formen

Man unterscheidet zwischen drei Formen:

  • Helligkeits-ERG
  • Muster-ERG
  • Multifokales ERG

2.1 Helligkeits-ERG

Die Helligkeits-ERG erfolgt mit einer Ringelektrode, die in eine Kontaktlinse integriert ist, sowie einer indifferenten Elektrode an der Haut. Neuere Methoden verwenden auch Fadenelektroden, die besser im Auge vertragen werden.

Als Reaktion auf einen Lichtreiz wird anschließend die Summenantwort der gesamten Retina erfasst. Diese setzt sich aus einer negativen a-Welle (Potenziale der Photorezeptoren), einer positiven b-Welle (Bipolar- und Müller-Zellen) sowie einer c-Welle (Pigmentepithel) zusammen.

Die Helligkeits-ERG wird im dunkel- (skotopische ERG) und im helladaptierten Zustand (photopische ERG) abgeleitet. Entsprechend repräsentiert das skotopische Signal der Reaktion der Stäbchen, während die photopische Antwort einer Zapfenantwort entspricht.

2.1.1 Anwendung

Bei der Retinopathia pigmentosa nehmen die photopischen und skotopischen Potenziale bereits ab, bevor Visus- und Gesichtsfeldausfälle auftreten. Weiterhin wird die ERG bei Patienten angewendet, die Chloroquin einnehmen, um Netzhautschäden frühzeitig zu erkennen. Außerdem ist die ERG z.B. indiziert bei Patienten mit:

2.2 Muster-ERG

Bei der Muster-ERG blickt der Patient auf ein Schachbrettmuster, bei dem sich schwarze und weiße Felder mit einer Frequenz von 16/s abwechseln. Das Muster-ERG gibt die Aktionspotenziale der retinalen Ganglienzellen wieder.

2.2.1 Anwendung

Ein herabgesetztes oder erloschenes Muster-Elektroretinogramm spricht für eine Atrophie des Sehnervs (z.B. bei Glaukom). In diesem Fall kann die Helligkeits-ERG normal sein, da die b-Welle primär durch die Aktivität der bipolaren Zellen entsteht, die bei einer Optikusatrophie intakt bleiben.

2.3 Multifokales ERG

Bei der multifokalen ERG wird eine unregelmäßige Folge kleiner Reizpunkte an verschiedenen Stellen des Gesichtsfeldes angeboten. Aus den gemittelten Signalen wird eine ortsspezifische ERG errechnet.

2.3.1 Anwendung

Mit Hilfe der multifokalen ERG können lokale Störungen der Netzhaut topografisch zugeordnet werden.

Diese Seite wurde zuletzt am 29. Juni 2020 um 19:32 Uhr bearbeitet.

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