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Dictyocaulus filaria

Synonym: Großer Lungenwurm der kleinen Wiederkäuer

1 Definition

Dictyocaulus filaria ist ein Parasit der Familie Dictyocaulidae und Erreger der Dictyocaulose der kleinen Wiederkäuer.

2 Taxonomie

3 Erreger

Dictyocaulus filaria, auch als Großer Lungenwurm von Schaf und Ziege bekannt, kommt neben den kleinen Wiederkäuern auch bei wild lebenden Wiederkäuern (Mufflon, Gämse, Steinbock) vor. Ob es sich hierbei jedoch um verschiedene Stämme handelt, ist bislang (2019) noch ungeklärt.

Die Männchen sind zwischen 50 und 80, die Weibchen zwischen 50 und 100 mm lang. Die Erstlarve (L1) ist 490 bis 520 µm lang, am Vorderende knopfartig verdickt und am Schwanzende abgerundet.

4 Vorkommen

Der Lungenwurm ist weltweit verbreitet.

5 Epidemiologie

Die Angaben über die Prävalenzen im mitteleuropäischen Raum schwanken zwischen wenigen Prozentpunkten und 50 %.

6 Entwicklung

Die Entwicklung von Dictyocaulus filaria entspricht im Prinzip jener von Dictyocaulus viviparus. Im Gegensatz zu diesem Parasit ist die Präpatenz mit 26 bis 30 Tage etwas länger. Die Patenz nach einer Erstinfektion beträgt ca. 45 Tage.

Ähnlich wie bei Dictyocaulus viviparus des Rindes sind auch kontaminierte Weiden mit infektiösen Larven von Dictyocaulus filaria primär für Infektionen bei älteren Schafen und Ziegen verantwortlich. Diese Weiden beherbergen oftmals auch hypobiotische Viertlarven (L4) - die den Winter überdauern können. Durch infizierte Lämmer wird die Weidekontamination sekundär verstärkt.

Die Erstlarve (L1) von Dictyocaulus filaria kann sich bereits bei +5 °C zur Drittlarve (L3) weiter entwickeln. Für diesen Entwicklungsschritt benötigt sie ungefähr drei Wochen. Bei +20 °C ist die Entwicklung binnen fünf Tagen abgeschlossen. Während der Hochsommerperiode überleben die infektiösen Drittlarven nur etwa 1,5 Monate auf der Weide. In kühleren Jahreszeiten (z.B. Herbst) sind sie bis zu fünf Monate lang infektiös. Da die Larven äußerst widerstandsfähig sind, können sie den Winter auch bei häufigem Frost überstehen.

7 Pathogenese

Die pathologischen Veränderungen, die durch Dictyocaulus filaria hervorgerufen werden, (Bronchopneumonie) ähneln weitgehend jenen der Dictyocaulose des Rindes. Im Gegensatz zu diesen sind der Grad der Veränderungen und die klinischen Symptome meist weniger stark ausgeprägt als bei Rindern.

8 Klinik

Häufige Symptome sind Hyperventilation und Hypoxämie. Die Fragilität der Erythrozyten ist erhöht, was zu einer normozytären, normochromen Anämie führen kann. Bei Schafen verläuft eine Infektion meist chronisch, sodass akute Erkrankungen bei Lämmern eher selten sind. Die ersten Symptome (Husten, Tachypnoe usw.) treten etwa 2 bis 3 Wochen nach der Aufnahme infektiöser Larven auf.

Für Ziegen sind Dictyocaulus-filaria-Larven deutlich pathogener als für Schafe.

9 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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