Chondromalazie
Synonym: Knorpelerweichung
Englisch: chondromalacia
Definition
Unter einer Chondromalazie versteht man eine Erweichung des Gelenkknorpels.
- ICD10-Code: M94.20
Pathogenese
Die Ursache für eine Chondromalazie ist ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit des betroffenen Gelenks. Dafür kann es verschiedene Ursachen geben:
- Starke sportliche oder berufliche Belastungen
- Traumatische Ereignisse, wie z. B. durch eine Knorpelkontusion
Symptome
Bei einer Chondromalazie kommt es zu Schmerzen im betroffenen Gelenkabschnitt. Verstärkte Belastung intensiviert den Schmerz.
Diagnostik
Körperliche Untersuchung
Bei einer Chondromalazie kommt es zu einer vermehrten Krepitation. Ebenso kann sich ein abriebbedingter Gelenkerguss bilden. Bei der klinischen Untersuchung ist oft ein lokaler Druckschmerz über dem betroffenen Gelenkabschnitt auslösbar.
Apparative Diagnostik
Im Röntgenbild findet sich in einigen Fällen eine subchondrale Sklerosierung. Durch eine Kernspintomographie (MRT) und/oder Arthroskopie lässt sich der Knorpel wesentlich besser darstellen als im Röntgenbild.
Klassifikation
Die arthroskopische Klassifikation nach Lindberg unterscheidet drei Grade der Knorpelschädigung:
- Grad I: Knorpeloberfläche weich
- Grad II: Oberflächenstruktur rau oder aufgefasert, Knorpel jedoch überall erhalten.
- Grad III: Freiliegender subchondraler Knochen
Ebenfalls angewendet wird die Klassifikation nach Outerbridge zur Beurteilung von degenerativen Knorpelveränderungen:
- Grad 0: Normales, unbeschädigtes Knorpelgewebe ohne sichtbare Veränderungen
- Grad 1: Der Knorpel zeigt erste Anzeichen einer Erweichung und leichte Schwellung, wobei die Oberfläche intakt bleibt
- Grad 2: Oberflächliche Risse und Fissuren im Knorpel, die aber weniger als die Hälfte der Knorpeldicke betreffen; Durchmesser < 1,3 cm
- Grad 3: Tiefe Fissuren und Aufrauungen, die bis in die tieferen Schichten des Knorpels reichen, jedoch ohne Freilegung des darunterliegenden Knochens; Durchmesser > 1,3 cm
- Grad 4: Vollständiger Knorpelverlust mit freiliegendem subchondralen Knochen, auch als "Knochenglatze" bezeichnet
Therapie
Konservative Therapie
Im Akutstadium sollte die Belastung des betroffenen Gelenks reduziert werden. Des Weiteren sollte eine intensive physiotherapeutische Behandlung erfolgen. Insbesondere physikalische Maßnahmen, wie z.B. Kryo- oder Wärmebehandlung, Iontophorese oder Ultraschall, haben sich als hilfreich erwiesen. Bei stärkeren Beschwerden können auch kurzzeitig NSAR zur Anwendung kommen. Gelenkinjektionen mit Hyaluronsäure können ebenfalls kurzzeitig Linderung verschaffen, sind jedoch umstritten.
Operative Therapie
Bei persistierenden Beschwerden, die durch konservative Maßnahmen nicht zu verbessern sind, kann eine Arthroskopie mit knorpelchirurgischen Maßnahmen (MACT, ACI) erfolgen.