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Chemische Waffe

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Synonyme: Chemischer Kampfstoff
Englisch: chemical weapons, chemical warfare

1 Definition

Als chemische Waffen werden feste, flüssige oder gasförmige Substanzen bezeichnet, die eine gezielt gesundheitsschädigende, meist sogar letale Wirkung auf den Menschen haben. Im erweiterten Sinn werden auch die zur Produktion verwendeten Vorgängerstoffe zu den chemischen Waffen gezählt.

2 Hintergrund

Im ersten Weltkrieg war auf deutscher Seite der Chemiker Fritz C. Haber einer der wesentlichen Köpfe hinter der Produktion chemischer Waffen. Er trieb die Entwicklung von Chlorgas voran, da es "hinter jeden Erdwall und in jede Höhle dringt, wo der fliegende Eisensplitter keinen Zutritt findet."[1] Dies war in den Grabenkriegen des ersten Weltkrieges von Vorteil und so kam Chlorgas nahe der belgischen Stadt Ypern das erste Mal zum Einsatz. Von der Wirkung überzeugt, baute er sein Forschungsinstitut zur Entwicklung neuer Kampfstoffe um. So entwickelte er in der Folge auch Phosgen und Senfgas.

3 Einsatzweise

Die erste Verwendung von Giftgas war noch recht primitiv - es wurde lediglich aus einem Behälter ausgeblasen. Stand der Wind schlecht oder drehte sich, konnte es vorkommen, dass die eigenen Truppen vergiftet wurden. Im Laufe des Ersten Weltkriegs wurden dann Gasgranaten entwickelt, die gezielt auf die gegnerischen Stellungen geschossen oder aus einem Flugzeug abgeworfen werden konnten.

4 Genfer Konventionen

Die Genfer Konventionen sind ein völkerrechtlicher Vertrag, der bis heute von 138 Nationen unterzeichnet wurde[2]. Sie verbieten den Einsatz jeglicher chemischer und biologischer Kampfstoffe. Sie wurden 1925 als Reaktion auf die massiven Giftgas-Einsätze während des Ersten Weltkrieges beschlossen. Zu den ersten Nationen, welche diesen Vertrag unterzeichneten, gehören Deutschland, Frankreich, die USA und Japan.

5 Beispiele

Giftgase haben erstickende, lähmende oder giftige Wirkungen. Sie wirken entweder inhalativ (z.B. Chlorgas) oder durch Diffusion durch die Haut (z.B. Sarin).

5.1 Chlorgas

Chlorgas ist schwerer als Luft, was seine breite Verwendung im ersten Weltkrieg begründet. Es sank in die Schützengräben hinab und vergiftet die sich dort befindlichen Soldaten. Chlorgas wirkt ätzend und führt zu einem tödlichen Lungenödem.

5.2 Phosgen

Phosgen wird wie Chlorgas inhalativ aufgenommen und wird in der Lunge zu Salzsäure und Kohlenstoffdioxid hydrolysiert. Die Salzsäure verätzt die Alveolen und führt zu einem Lungenödem.

5.3 Sarin

Sarin wird im Gegensatz zu den anderen beiden Giftgasen auch über die Haut aufgenommen, wodurch Gasmasken keinen Schutz mehr bieten, was es ungleich gefährlicher macht. Sarin ist ein Neurotoxin, das durch Dauererregung der Synapsen zu tödlichen Krampfanfällen führt.

5.4 Weitere chemische Waffen

6 Kriegsverbrechen in Syrien

Die OPCW (Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons) bestätigte mehrere Einsätze [3] von chemischen Waffen in Syrien, der jüngste am 7. April 2018.[4]

7 Quellen

  1. Fritz C. Haber: Fünf Vorträge aus den Jahren 1920–1923: Über die Darstellung des Ammoniaks aus Stickstoff und Wasserstoff · die Chemie im Kriege · das Zeitalter der Chemie · Neue Arbeitsweisen · zur Geschichte des Gaskrieges, abgerufen am 4.3.2019
  2. Genfer Protokoll zum Verbot chemischer und biologischer Waffen, abgerufen am 4.3.2019
  3. News: Syria; OCPW-Website, abgerufen am 4.3.21019
  4. OPCW bestätigt Chlorgasangriff in Douma

Fachgebiete: Toxikologie

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