Barbecue-Manöver
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LoslegenSynonyme: Barbecue-Rotation, Lempert-Manöver, 360°-Rollmanöver
Englisch: Barbecue maneuver, Lempert maneuver
Definition
Das Barbecue-Manöver ist ein Lagerungsmanöver, das bei benignem paroxysmalem Lagerungsschwindel (BPLS) des horizontalen Bogengangs eingesetzt wird. Durch eine schrittweise 360°-Rotation des Kopfes werden Otolithen aus dem horizontalen Bogengang zurück in das Vestibulum labyrinthi befördert.
Hintergrund
Der horizontale Bogengang ist in etwa 10 % aller BPLS-Fälle betroffen. Charakteristisch ist ein richtungswechselnder, horizontaler Nystagmus bei Kopfdrehung in Rückenlage, dessen Richtungscharakteristik sich je nach Variante (kanalolithisch vs. kupulolithisch) unterscheidet. Das Barbecue-Manöver wurde erstmals von Lempert beschrieben und beruht auf dem Prinzip, die Schwerkraft durch eine kontinuierliche Rotation in 90°-Schritten zu nutzen, um die Otolithenfragmente entlang des Bogengangs in Richtung Utriculus zu mobilisieren.[1] Der Name leitet sich von der an einen Grillspieß erinnernden Drehbewegung des Patienten ab.
Durchführung
Die folgende Beschreibung bezieht sich auf die kanalolithische Variante (geotroper Nystagmus):
- Der Patient befindet sich in Rückenlage ohne Kissen.
- Der Kopf wird zur betroffenen Seite gedreht (1 Minute halten).
- Kopf und Körper werden vollständig auf die nicht betroffene Seite gedreht (1 Minute halten).
- Kopf und Körper werden weiter in die Bauchlage gedreht, die Nase zeigt zur Matratze (1 Minute halten).
- Kopf und Körper werden in derselben Richtung weitergedreht, sodass der Patient auf der betroffenen Seite zu liegen kommt (1 Minute halten).
- Der Patient dreht sich zurück in die Rückenlage (1 Minute halten).
- Der Patient setzt sich langsam auf. [2]
Die Durchführung des Barbecue-Manövers variiert je nach Quelle. Die Rotation erfolgt in Richtung der nicht betroffenen Seite. Das Manöver kann bei unvollständiger Beschwerdefreiheit mehrfach wiederholt werden.
Bei der kupulolithischen Variante (apogeotroper Nystagmus) ist das Barbecue-Manöver in seiner Standardform weniger etabliert. Hier werden modifizierte Protokolle oder alternativ das Gufoni-Manöver empfohlen.
Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen
Das Manöver sollte bei Patienten mit schwerer Einschränkung der Halswirbelsäulenbeweglichkeit (z. B. hochgradige Zervikalspondylose, instabile Halswirbelsäule) nur nach individueller Abwägung und ggf. in modifizierter Form durchgeführt werden.
Wirksamkeit
Die Wirksamkeit des Barbecue-Manövers bei BPLS des horizontalen Bogengangs ist in mehreren randomisierten kontrollierten Studien belegt. Die Erfolgsraten variieren je nach Studie, Variante (kanalolithisch vs. kupulolithisch) und verwendeter Erfolgsdefinition erheblich.[3] In der S2k-Leitlinie zu vestibulären Funktionsstörungen wird es als gleichwertige Alternative zum Gufoni-Manöver aufgeführt.[3] Ein aktuelles systematisches Review bestätigt das Barbecue-Manöver als wirksame Therapieoption beim geotropen HC-BPLS, ohne eine Überlegenheit gegenüber anderen Repositionsmanövern wie dem Gufoni-Manöver zu belegen.[4]
Quellen
- ↑ Lempert und Tiel-Wilck, A positional maneuver for treatment of horizontal-canal benign positional vertigo, Laryngoscope, 1996
- ↑ Barbecue‑Manöver – Befreiungsmanöver bei Steinchen‑Schwindel, abgerufen am 18.05.2026
- ↑ 3,0 3,1 S2k-Leitlinie Vestibuläre Funktionsstörungen (AWMF-Registernummer 017-078, abgelaufen), abgerufen am 18.05.2026
- ↑ Alashram et al., Barbecue roll maneuver for horizontal canal benign paroxysmal positional vertigo: a systematic review of randomized controlled trials, Eur Arch Otorhinolaryngol, 2025