Atypische Lymphozytose
Definition
Von einer atypischen Lymphozytose spricht man, wenn die Lymphozytenzahl im Blut erhöht ist (Lymphozytose) und diese Zellen gleichzeitig eine abnorme Morphologie aufweisen.
siehe auch: Lymphoidzelle
Histopathologie
Eine atypische Lymphozytose tritt bei entzündlichen Reaktionen oder im Rahmen lymphatischer Neoplasien auf. Entsprechend unterscheidet man reaktiv veränderte atypische Lymphozyten und neoplasieverdächtige atypische Lymphozyten bzw. Lymphomzellen.
Atypische Lymphozyten haben ein sehr heterogenes Erscheinungsbild und können in Größe, Form und Oberflächenmarkern stark variieren. Häufig weisen sie ein tief blaues Zytoplasma mit irregulären Zytoplasmagrenzen auf und sind deutlich größer als normale, reife Lymphozyten. Die Zellkerne sind meist ebenfalls irregulär geformt.
Ursachen
Mögliche Ursachen eine atypischen Lymphozytose sind u.a.:
Diagnostik
Bei einer atypischen Lymphozytose wird die Lymphozytenmorphologie lichtmikroskopisch im Blutausstrich beurteilt. Auf dem Befund der mikroskopischen Differenzierung wird z. B. angegeben:
- Atypische Lymphozyten, vermutl. reaktiv: 15%
- Atypische Lymphozyten, vermutl. neoplastisch 0%
Dieses Beispiel würde auf eine Virusinfektion hindeuten.
Eine nähere Charakterisierung der Oberflächenmarker kann mithilfe der Durchflusszytometrie erfolgen. Dabei können Veränderungen des CD4/CD8-Quotienten auf Krankheitsbilder wie eine infektiöse Mononukleose oder andere Virusinfekte hindeuten.