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Argas reflexus

Synonyme: Taubenzecke, Saumzecke
Englisch: pigeon tick

1 Definition

Argas reflexus, auch Taubenzecke genannt, ist eine Zecke (Ixodida) der Gattung Argas innerhalb der Familie der Lederzecken (Argasidae).

2 Taxonomie

3 Morphologie

Argas reflexus ist eine groß gewachsene Zecke: die Weibchen werden zwischen 6,5 und 11 mm lang, sind grau bis rotbraun gefärbt und dorsoventral abgeflacht. Auf der Dorsalfläche ist am Rand ein fein gestreifter Saum erkennbar, der innen durch eine Naht von der Rückenfläche abgegrenzt ist. Die Cuticula ist granuliert und auf der dorsalen Seite mit zahlreichen unterschiedlich großen Scheiben (Mammillae) versehen. Die Männchen ähneln den Weibchen, sind jedoch deutlich kleiner (5 bis 7,5 mm Länge). Sie können anhand der Genitalöffnung deutlich von anderen Entwicklungsstadien abgegrenzt werden (fehlt z.B. den Nymphen).

Die Larven besitzen ein eigenständiges Capitulum und besonders lange Beine.

4 Entwicklung

Die Kopulation erfolgt abseits vom Wirt und findet meist nach dem Saugakt statt. Im Anschluss legen die Weibchen in gesicherten Bereichen in der Nähe der Wirte insgesamt 4- bis 6-mal etwa 80 Eier. Die Entwicklung verläuft vom Ei ausgehend zur Larve und dann über 2 bis 4 Nymphenstadien zum Adultstadium. Der Entwicklungszyklus dauert - in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Wirte und vom Mikroklima im Habitat - unterschiedlich lange. Bei günstigen Bedingungen (etwa 30 °C und 50 bis 80 % Luftfeuchtigkeit) entwickelt sich eine Generation innerhalb von 2 bis 3 Jahren.

5 Verbreitung

Argus reflexus stammt ursprünglich aus warmen Regionen und kommt in Mitteleuropa im Freien nicht vor. In diesen Gebieten ist sie nur in Gebäuden und ähnlichen Mikrohabitaten, die hohe Temperaturen gewährleisten, überlebensfähig. Die nördliche Verbreitungsgrenze in Europa liegt daher bei 55 °N.

6 Wirtsspektrum

Hauptwirt für alle blutsaugenden Stadien von Argus reflexus ist die Haustaube (Columba livia domestica). Zusätzlich infestiert die Zecke (jedoch deutlich seltener) andere Taubenarten, Schwalben, Mauersegler, Schleiereulen, Dohlen, Sperlingsvögel und gelegentlich auch das Hauhuhnn. Menschen und Pferde die engen Kontakt zu Habitaten von Argus reflexus haben, können ebenfalls befallen werden.

7 Klinik

Die Zecken stechen bei Tauben und andere Vögeln bevorzugt an federlosen Stellen (z.B. Innenfläche der Schenkel, unter den Flügeln, am Hals). An den Stichstellen bilden sich rotblaue, blutunterlaufene Quaddeln, die ca. 1 cm Durchmesser aufweisen. Aufgrund der Nachtaktivität der Zecken sind die Tauben nachts unruhig, wirken geschwächt und zeigen eine schlechte Flugleistung.

Bei Nestlingen und Jungtauben kann der teils erhebliche Blutentzug (bis zu 0,3 ml pro Saugakt) nach wiederholtem Befall zu einer lebensbedrohlichen Anämie und Tod führen.

8 Bedeutung für den Menschen

Die Zeckenstiche verursachen bei Menschen juckende Papeln mit lokalem Erythem oder infolge einer Allergie vom Spättyp gering- bis hochgradige lokale Hautschwellungen, Lymphangitis und Fieber. Durch eine IgE-vermittelte Allergie vom Soforttyp kann es zu einer hochgradigen Erkrankung mit Urtikaria, Bronchokonstriktion und Bewusstlosigkeit kommen.

Stiche von Argas reflexus hinterlassen langfristig kleine Narben.

9 Literatur

  • Eckert, Johannes, Friedhoff, Karl Theodor, Zahner, Horst, Deplazes, Peter. Lehrbuch der Parasitologie für die Tiermedizin. 2., vollständig überarbeitete Auflage. Enke-Verlag, 2008.

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