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Akelei

(Weitergeleitet von Aquilegia)

Synonyme: Elfenschuh, Kaiserglocken und zahlreiche weitere Volksnamen
Englisch: columbine

1 Definition

Die Akeleien sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Hahnenfußgewächse. Die botanische Bezeichnung lautet Aquilegia.

2 Merkmale

Es handelt sich um krautige, zumeist ausdauernde Pflanzen (Stauden), die - je nach Art - Wuchshöhen von 0,3 bis 0,8 Meter erreichen können. Die Blätter stehen wechselständig angeordnet und sind geteilt bzw. doppelt dreizählig. Die Blüten stehen in zymösen oder doldigen Blütenständen und umfassen meist zwischen 2 und 10 zwittrige Einzelblüten. Die Blüten sind radiär und weisen fünf gespornte Nektarblätter auf, die sich mit 5 nicht gespornten Perigonblättern abwechseln. Aquilegia ecalcarata ist spornlos. Es sind 5 (4-6) Fruchtknoten vorhanden. Die Früchte sind vielsamige Balgfrüchte (kapselartig).

3 Systematik

Es existieren circa 80 Arten der Gattung Aquilegia. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst die klimatisch gemäßigte nördliche Hemisphäre. Europäische Arten stehen unter Artenschutz (Bundesartenschutzverordnung). Im Folgenden wird eine Auswahl der Arten wiedergegeben:

Eng verwandte Gattungen sind Eisenhut (Aconitum) und Christophskräuter (Actaea).

4 Arzneidrogen

Vertreter der Aquilegia vulgaris-Artengruppe dienen als Stammpflanze zur Gewinnung von Akeleikraut (Aquilegiae herba). Die medizinische Anwendung ist weitestgehend obsolet. Eine Anwendung im Rahmen alternativmedizinischer Verfahren wie der Homöopathie findet noch statt.

5 Inhaltsstoffe

Die Zusammensetzung der pharmakologisch aktiven Inhaltsstoffe ist relativ unbekannt, unterliegt jedoch vermutlich starken Schwankungen. Das Vorhandensein eines cyanogenen Glykosids (setzt Cyanwasserstoff/ Zyanid frei), namentlich Triglochinin, wurde bei einigen Arten dokumentiert.

6 Toxikologie

Die Angaben zur Toxizität beim Menschen sind widersprüchlich. Es ist davon auszugehen, dass Aquilegia-Arten nur geringfügig giftig sind. Ältere Berichte, nach denen es zu neurotoxischen Symptomen nach Aufnahme von Pflanzenmaterial kam, sind kritisch zu betrachten. Von Störungen des Gastrointestinaltrakts wie Diarrhoe wird wiederholt berichtet. Für die meisten Tiere ist Aquilegia als gering bis nicht giftig einzustufen.

6.1 Therapie

Die Therapie besteht aus resorptionsvermindernden Maßnahmen (Aktivkohle, Magenspülung) und intensivmedizinischer Betreuung. Im Falle der Aufnahme großer Mengen Pflanzenmaterials sollte der Verdacht auf eine Zyanidvergiftung überprüft werden (ggf. Therapie mit Natriumthiosulfat). Weiterhin erfolgt eine symptomatische Therapie.

7 Literatur

  • Jäger et al.: Rothmaler - Exkursionsflora von Deutschland, Bd. 2. Aufl. 20, Spektrum akadem. Verlag.
  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.

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