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Angelman-Syndrom

nach dem britischen Arzt Harry Angelman (1915-1996)
Englisch: happy puppet syndrome

1 Definition

Beim Angelman-Syndrom handelt es sich um eine seltene genetisch bedingte Erkrankung, die sich unter anderem in geistiger und körperlicher Behinderung, Entwicklungsverzögerungen (vor allem einer stark reduzierten Sprachentwicklung), sowie Hyperaktivität äußert. Verantwortlich dafür ist ein defektes Gen auf Chromosom 15 (q11.2 - q11.13). Es ist nach dem englischen Entdecker Angelman benannt, der die Symptome selbst als "Happy-Puppet-Syndrom" beschrieb.

2 Epidemiologie

Das Angelman-Syndrom tritt beim männlichen und weiblichen Geschlecht auf. Häufigkeit ca. 1:15.000 bis 1:20.000. Es kommt zum Verlust von ca. 4 Millionen Basenpaaren. Fast immer liegt eine Neumutation vor.

3 Ursachen

Als Ursachen kommen u.a. in Frage:

4 Klinik

Häufige Symptome sind z.B.:

5 Diagnostik

Der Methylierungstest ermöglicht in etwa 80% aller Fälle einen Nachweis des Angelman-Syndroms. In diesen Fällen fehlt die mütterliche, methylierte Bande. Um die genaue Ursache zu klären, kann zusätzlich eine FISH-Untersuchung oder eine UPD-Analyse durchgeführt werden. Ist der Methylierungstest unauffällig, folgt bei einem dringenden Verdacht auf AS gegebenfalls eine Mutationssuche durch Sequenzierung des UBE3A-Gens.

6 Therapie

Das Angelman-Syndrom ist kausal nicht therapierbar. Durch Frühförderung kann jedoch die Entwicklung positiv beeinflusst werden. Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und sensorische Integrationstherapie können die Manifestation bestimmter Krankheiten reduzieren (z.B. Schielen, Skoliose).

7 Siehe auch

Das Prader-Willi-Syndrom beruht ebenfalls auf der Deletion von 15q11, ist jedoch paternalen Ursprungs.

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