Vom 13. bis 26. Juni steht das Flexikon nur im Lesemodus zur Verfügung.
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APC-Resistenz

Englisch: activated protein C resistance

1 Definition

Als APC-Resistenz bezeichnet man Störungen der Hämostase, die durch eine zu schwache Antwort auf aktiviertes Protein C (APC) gekennzeichnet sind. Patienten mit APC-Resistenz haben ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen.

Der Name APC-Resistenz wird häufig auch für die Gerinnungsuntersuchung benutzt, mit der diese Störung diagnostiziert wird.

2 Epidemiologie

Innerhalb der Allgemeinbevölkerung liegt die Prävalenz einer APC-Resistenz bei etwa 5%.[1]

3 Ätiopathogenese

Aktiviertes Protein C ist ein wichtiger Hemmstoff der Blutgerinnung, der die Gerinnungsfaktoren Va und VIIIa proteolytisch spaltet und dadurch inaktiviert. Bei einer APC-Resistenz ist diese Funktion eingeschränkt und es entsteht folglich eine Hyperkoagulabilität des Blutes (Thrombophilie).

Eine APC-Resistenz kann sowohl angeboren als auch erworben sein. Die häufigste angeborene Ursache stellt die sogenannte Faktor-V-Leiden-Mutation dar. Hierbei kommt es durch eine Punktmutation im Faktor-V-Gen zur Produktion eines veränderten Faktor-V-Moleküls, das gegenüber der proteolytischen Fähigkeit des Protein C resistent ist. Bei der erworbenen Form sieht man erhöhte Faktor VIII-Konzentrationen.

4 Molekulargenetik

In mehr als 90% der Fälle liegt eine Punktmutation im Faktor V kodierenden FV-Gen zugrunde, die auch als Faktor-V-Leiden-Mutation bzw. R506Q (Basensubstitution von G nach A an Nukleotid 1691) bezeichnet wird (Korrekte Nomenklatur: Mutation p.R534Q auf Proteinebene bzw. c.1601G>A auf DNA-Ebene). Der hier erfolgte Austausch von Arginin gegen Glutaminsäure beseitigt die Protein-C-Schnittstelle.[1]

5 Labordiagnostik

Die APC-Resistenz kann entweder durch eine Gerinnungsuntersuchung oder mittels Gendiagnostik festgestellt werden. Bei letzterer wird die Faktor-V-Leiden-Mutation untersucht.

5.1 Material

Für die Gerinnungsuntersuchung benötigt man 5 ml Citratplasma.

5.2 Methode

Die PTT wird mit und ohne Zugabe einer definierten Protein-C-Menge gemessen. Der Quotient beider Ergebnisse wird als Ratio angegeben. Wenn keine APC-Resistenz vorliegt, wird im Testansatz mit aktiviertem Protein C die Gerinnungszeit länger.

Da die PTT durch Antikoagluantien und andere Einflüsse gestört werden kann, wurde ein weiterer Test entwickelt, bei dem der Faktor V direkt durch ein Schlangengift-Enzym aktiviert wird. Dieser kann auch durchgeführt werden, wenn der Patient bereits "heparinisiert" wurde.

5.3 Referenzbereich

Die APC-Ratio ist normalerweise größer als 2,3.

5.4 Interpretation

APC-Ratio Bewertung
> 2,3 Kein Hinweis für eine Faktor V-Leiden-Mutation
1,5 - 2,3 Verdacht auf heterozygote Faktor V-Leiden-Mutation
< 1,5 Verdacht auf homozygote Faktor V-Leiden-Mutation

Durch die APC-Resistenz kommt es zu einem erhöhten Thromboserisiko. Bei der heterozygoten Form ist dieses gegenüber Gesunden 5 bis 10-fach, bei der homozygoten Form sogar 50 bis 100-fach erhöht.

5.5 Hinweis

Eine Genanalyse der Faktor V:R506Q-Mutation ist zur Bestätigung möglich. Hierfür wird EDTA-Blut benötigt. Gegebenenfalls kann auch eine Familienuntersuchung durchgeführt werden.

Da die APC-Resistenztestung eine Untersuchung auf das Vorliegen eines Gendefektes ist, muss gemäß Gendiagnostikgesetz die Einwilligung des Patienten eingeholt werden.

6 Literatur

  • Laborlexikon.de; abgerufen am 03.02.2021

7 Quellen

  1. 1,0 1,1 "Basiswissen Humangenetik" - Christian P. Schaaf, J. Zschocke, Springer-Verlag, 2. Auflage

Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2022 um 10:20 Uhr bearbeitet.

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