Ösophageale intramurale Pseudodivertikulose
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenSynonyme: intramurale Pseudodivertikulose des Ösophagus, intramukosale Pseudodivertikulose des Ösophagus, ösophageale intramukosale Pseudodivertikulose
Englisch: esophageal intramural pseudodiverticulosis, esophageal intramucosal pseudodiverticulosis, EIPD
Definition
Die ösophageale intramurale Pseudodivertikulose, kurz EIP, ist eine seltene Erkrankung des Ösophagus. Die Wand der Speiseröhre weist dabei zahlreiche kleine Ausstülpungen (Pseudodivertikel) auf.
Epidemiologie
Die EIP ist insgesamt selten. Betroffen sind insbesondere Männer in der 6. bis 7. Lebensdekade.[1]
Ätiopathogenese
Die genaue Ursache der ösophagealen intramuralen Pseudodivertikulose ist derzeit (2026) nicht vollständig geklärt. Bei den Ausstülpungen handelt es sich um dilatierte Ausführungsgänge der submukösen Drüsen. Vermutlich entstehen die Pseudodivertikel sekundär durch eine chronische Entzündung oder durch eine Hypermotilität des Ösophagus, die zu einer Kompression der submukösen Ausführungsgänge führt.[1] Bei einem Großteil der Patienten finden sich Ösophagusstrikturen, die häufig proximal lokalisiert sind.
Weiterhin bestehen Assoziationen zu Diabetes mellitus, chronischem Alkoholkonsum, Nikotinabusus, gastroösophagealer Refluxkrankheit, Ösophagus-Candidose, chronischer Ösophagitis und Ösophaguskarzinom. Der Bezug zu einer HIV-Infektion gilt als fraglich.[2]
Klinik
Die EIP kann vor allem beim Verzehr von festen Speisen zu Schluckstörungen und in der Folge zur Gewichtsabnahme führen. Selten kommt es zu ösophagealen Blutungen.
Bei der EIP besteht möglicherweise ein erhöhtes Karzinomrisiko. Ein kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht gesichert. Eine endoskopische Überwachung wird häufig empfohlen.[3] Weiterhin können sich die Pseudodivertikel entzünden (Peridivertikulitis). Selten kommt es zu einer Ösophagusperforation, ggf. mit Pneumomediastinum.[1]
Diagnostik
Die kleinen Pseudodivertikel können mittels Ösophagusbreischluck dargestellt werden. Die 1–4 mm großen, flaschenförmigen Ausstülpungen sind diffus oder segmental verteilt. Der Divertikelhals ist häufig nicht erkennbar.
Große Pseudodivertikel werden auch in der Ösophagoskopie erkannt. Kleine Ausstülpungen werden endoskopisch leicht übersehen. Mittels einer Manometrie können ggf. zugrundeliegende Motilitätsstörungen (z.B. ausgeprägte tertiäre Kontraktionen oder Aperistaltik) festgestellt werden.
Therapie
Bei der EIP muss eine assoziierte Grunderkrankung behandelt werden, z.B. mittels Protonenpumpenhemmer (bei Ösophagitis) oder Antimykotika (bei Candidose). Verengte Bereiche können endoskopisch dilatiert werden.
Prognose
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Aldaher M et al. A Rare Case of Esophageal Intramural Pseudodiverticulosis. Eur J Case Rep Intern Med. 2025;12(7):005609.
- ↑ Boix Clemente C et al. Dysphagia and stenosis secondary to intramural esophageal pseudodiverticulosis. Rev Esp Enferm Dig. 2025;117(4):228-229.
- ↑ Custodio MJ et al. Multifocal Superficial Squamous Cell Carcinoma Arising in the Setting of Esophageal Intramural Pseudodiverticulosis. ACG Case Rep J. 2025;12(8):e01786.