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Osteocalcin

Synonym: bone gamma carboxylglutamic acid-containing protein, BGP
Englisch: osteocalcin

1 Definition

Osteocalcin ist ein aus 49 Aminosäuren bestehendes Protein im menschlichen und tierischen Körper. Es wird vorwiegend im Knochen durch die Osteoblasten gebildet.

Es ist Teil der extrazellulären nicht-kollagenen Matrix der Knochen. Osteocalcin wurde noch in vollständig erhaltener Form aus den Knochen des Neanderthalers extrahiert. Auch bei der Zahnbildung läßt sich Osteocalcin nachweisen.

2 Funktion

Osteocalcin ist ein Peptidhormon mit pleiotropen Wirkungen. Es wird praktisch nur im Knochen gefunden. Seine Synthese wird von 1,25-Dihydroxy-Vitamin D reguliert. Osteocalcin ist außerdem ein spezifischer Marker für ausdifferenzierte Odontoblasten. Die endokrine Wirkung von Osteocalcin besteht unter anderem in einer Stimulation der Insulinsekretion und Einflüssen auf den Fettstoffwechsel.

3 Labordiagnostik

Osteocalcin ist ein Marker der Knochenbildung mit guter diagnostischer Spezifität. Osteocalcin kann im Blut und Urin nachgewiesen werden. Die dazu genutzte Bestimmungsmethode ist ein Chemilumineszenz-Immunoassay.

Man bestimmt das Osteocalcin zur Beurteilung des Knochenumsatzes bei Osteoporose oder Plasmozytom. Mit dem Osteocalcinspiegel kann man auch die Wirksamkeit einer Calcitriol-Therapie überprüfen.

Osteocalcin hat eine Plasmahalbwertszeit von 4 Minuten. Es wird über die Niere ausgeschieden. Bei einer reduzierten Nierenfunktion können erhöhte Ossteocalcinwerte nur bedingt verwertet werden.

3.1 Referenzbereich

  • Kinder 2 - 17 Jahre
    • 2.8 - 41 µg/l
    • starker Anstieg während des pubertären Wachstumsschubes
  • Erwachsene
    • 3 - 14 µg/l

3.2 Erhöhte Werte

3.3 Erniedrigte Werte

4 Literatur

  • Muyzer G., Sandberg P. Knapen M.H.J., Vermeer C., Collins M.J., and Westbroek P. (1992) Preservation of bone protein osteocalcin in dinosaurs. Geology 20, 871-874.
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5 Weblinks

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