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Chronische ischämische Herzkrankheit

1 Definition

Die chronische ischämische Herzkrankheit wird laut ICD-10 als ältere, rezidivierend ablaufende Ischämie des Herzens definiert.

Im engeren Sinne wird dies als eine Durchblutungsstörung mit entsprechend vorhandener rezidivierender Klinik ohne einen ablaufenden Myokardinfarkt gesehen und auch als stabile Angina pectoris bezeichnet.

2 Untergruppen

Mit Hilfe der ICD-10 lässt sich die chronische ischämische Herzkrankheit noch in weitere Untergruppen einteilen. Dies beruht vor allem auf der Pathophysiologie, welche jeweils zur Entstehung dieser Erkrankung führt.

Code Bezeichnung
I25.0 Atherosklerotische Herz-Kreislauf-Krankheit, so beschrieben
I25.1 Atherosklerotische Herzkrankheit
I25.2 Alter Myokardinfarkt
I25.3 Herzwandaneurysma
I25.4 Koronararterienaneurysma
I25.5 Ischämische Kardiomyopathie
I25.6 Stumme Myokardischämie
I25.8 Sonstige Formen der chronischen ischämischen Herzkrankheit
I25.9 Chronische ischämische Herzkrankheit, nicht näher bezeichnet

2.1 I25.1 Atherosklerotische Herzkrankheit

Hierzu gehören atherosklerotische Veränderungen der Koronararterien, unter die Atherome, Atherosklerose, Koronare Herzkrankheit und Koronarsklerose gezählt werden.

2.2 I25.2 Alter Myokardinfarkt

Auch ein abgeheilter Myokardinfarkt oder der Zustand nach einem durch EKG o.a. Untersuchungen diagnostizierten symptomfreien Myokardinfarkt kann zu einer chronischen ischämischen Herzkrankheit führen.

2.3 I25.3 Herzwandaneurysma

Ein vorhandenes Herzwandaneurysma kann durch die verminderte Pumpfunktion oder Verlegung der Arterien ebenfalls eine chronisch ischämische Herzkrankheit bedingen.

2.4 I25.8 Sonstige Formen der chronischen ischämischen Herzkrankheit

In dieser Untergruppe werden alle unter I21-22 und I24 bezeichneten Zustände zusammengefasst, welche als chronisch bezeichnet oder auch mit einer Dauer von mehr als vier Wochen seit Eintritt angegeben werden.

3 Ätiologie und Prophylaxe

Die Entstehung der chronischen ischämischen Herzkrankheit wird in den meisten Fällen durch die bekannten Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefördert. Zu diesen gehören Rauchen, Übergewicht, Hypertonie, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie und Hyperlipoproteinämie. Weiterhin spielen genetische Faktoren sowie Umweltfaktoren eine weitere Rolle.

Eine Ausnahme bilden hierbei die chronischen ischämischen Herzerkrankungen durch Aneurysmen oder auch durch Kardiomyopathien, da hier eine Veränderung der Blutgefäße eher eine untergeordnete Rolle spielt.

Zur Prophylaxe sind neben einer Veränderung des Lebensstils, im engeren Sinne also eine gesunde Ernährung, körperliche Aktivität sowie Nikotinkarenz, auch unter Umständen eine medikamentöse Behandlung der Hypercholesterinämie, z.B. mit Statinen sowie einer Thrombozytenaggregationshemmung mittels Acetylsalicylsäure oder anderen Präparaten notwendig.

4 Symptomatik

Bei der chronischen ischämischen Herzkrankheit klagen die Patienten über eine eingeschränkte Belastbarkeit aufgrund von bei körperlicher oder psychischer Belastung auftretenden Schmerzen im Thorakalbereich, oft auch einhergehend mit Dyspnoe und Angstgefühlen. Die Schmerzen können hierbei, ähnlich wie beim Myokardinfarkt, in die Schulter oder den Unterkiefer ausstrahlen.

Abzugrenzen ist bezüglich der Schmerzsymptomatik die stumme Myokardischämie.

5 Diagnostik

In der Diagnostik der chronischen ischämischen Herzkrankheit bedient man sich neben der üblichen Anamnese und körperlichen Untersuchung weiteren Untersuchungsmethoden wie EKG, Langzeit-EKG, Belastungs-EKG und Echokardiographie.

Unter Umständen kann auch eine Stressechokardiographie oder die kardiale Magnetresonanztomographie (Kardio-MRT) weiteren Aufschluss geben. Eine weitere Option bietet die Untersuchung mittels Herzkatheter, mit deren Hilfe die Koronarien begutachtet werden können und im Bedarfsfall auch eine Intervention stattfinden kann.

Die Wahl der Untersuchungsmethode richtet sich vor allem nach dem Beschwerdebild und der ersten Untersuchungsbefunde. Ein EKG sowie eine Echokardiographie sollten aber aufgrund ihrer Nichtinvasivität sowie des geringen Risikos und Untersuchungsaufwandes an vorderer Stelle stehen.

6 Therapie

Bei einer vorhandenen chronischen ischämischen Herzkrankheit richtet sich die Wahl der Therapie nach der zu Grunde liegenden Pathologie. Bei einer hochgradigen Stenose der Koronararterien kann z.B. eine Intervention mittels PTCA zur Aufweitung sinnvoll sein. Auch eine Antikoagulation ist in diesem Zusammenhang sinnvoll.

In der Langzeittherapie einer chronischen ischämischen Herzkrankheit kommen auch Calciumantagonisten, Betablocker und Nitropräparate zum Einsatz.

Im Falle einer stabilen Angina pectoris ist auch eine Therapie mit dem Wirkstoff Ivabradin, einem selektivem Blocker eines Ionenkanals am Sinusknoten, möglich.

In der Akuttherapie eines akuten Anfalls der chronisch ischämischen Herzkrankheit ist die Substitution von Nitrospray sublingual obligat. Auch eine Sauerstofftherapie während des akuten Anfalls ist neben der Oberkörperhochlagerung sinnvoll.

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