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Sinusknoten

Synonyme: Nodus sinuatrialis; Keith-Flack-Knoten, Sinuatrial-Knoten, SA-Knoten
Englisch: sinus node, sinoatrial node, Keith and Flack node

1 Definition

Der Sinusknoten ist das primäre Schrittmacherzentrum des Herzens und an der komplexen Regulation der Herzfrequenz beteiligt. Er spielt eine zentrale Rolle bei der Erregungsbildung.

2 Anatomie

Der Sinusknoten ist eine muskuläre, makroskopisch schlecht abgrenzbare Struktur im Bereich des rechten Herzohrs in der Nähe des Sulcus terminalis. Er ist etwa 0,5 cm groß und von kommaförmiger Gestalt.

Gelegentlich werden von ihm abgehend drei Faserbündel (Internodalbündel) beschrieben, die in Richtung Atrioventrikularknoten ziehen:

In der neueren Literatur wird diesen Zügen keine Funktion mehr zugeschrieben; ihre Existenz gilt mittlerweile als fraglich.

Der Sinusknoten wird von Sympathikus und Parasympathikus (Nervus vagus) angesteuert, die damit in die komplexe Regulation des Herzrhythmus eingreifen. Seine Durchblutung erfolgt üblicherweise durch den Ramus nodi sinuatrialis aus der Arteria coronaria dextra.

3 Histologie

Der Sinusknoten wird von spezifischen Herzmuskelzellen (Kardiomyozyten) gebildet. Im Gegensatz zur Arbeitsmuskulatur des Herzens sind die Knotenzellen relativ arm an Myofibrillen und Mitochondrien; sie haben die Fähigkeit spontan zu depolarisieren und geben damit den Herzrhythmus von etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute vor.

4 Physiologie

Der Sinusknoten ist das primäre Reizzentrum des Herzens. Üblicherweise depolarisieren die Sinusknotenzellen spontan etwa einmal pro Sekunde und leiten ihre elektrische Erregung auf das Arbeitsmyokard der sie umgebenden Vorhöfe weiter; damit leiten sie die Herzkontraktion ein und bestimmen - von Sympathikus beziehungsweise Parasympathikus beeinflusst - den Herzrhythmus.

Eine Besonderheit des Aktionspotentials des Sinusknotens ist die sofortige Depolarisation nach der Repolarisation. Sie wird durch die so genannten HCN-Kanäle bewirkt, die sich durch Hyperpolarisation öffnen. Der entstehende Natriumeinstrom wird auch als "I-funny" bezeichnet.

5 Pathophysiologie

Die spontane Reizbildung kann im Rahmen eines Sick-Sinus-Syndroms ausfallen; in diesem Fall kann der Atrioventrikularknoten die Funktion als primärer Rhythmusgeber aufnehmen und eine Herzfrequenz von 40 bis 60 pro Minute steuern.

Unter bestimmten Bedingungen (beispielsweise bei koronarer Herzerkrankung) depolarisiert der Sinus-Knoten zu langsam, eine Sinusbradykardie ist dann die Folge.

Fachgebiete: Anatomie

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