Suxamethonium: Unterschied zwischen den Versionen
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Bei Patienten mit einem angeborenen Mangel des [[Enzym]]s [[Pseudocholinesterase]] kann es zu lebensbedrohlichen muskulären Blockaden mit [[Atemlähmung]]en kommen, da das Molekül nicht durch Spaltung inaktiviert werden kann. | Bei Patienten mit einem angeborenen Mangel des [[Enzym]]s [[Pseudocholinesterase]] kann es zu lebensbedrohlichen muskulären Blockaden mit [[Atemlähmung]]en kommen, da das Molekül nicht durch Spaltung inaktiviert werden kann. | ||
Version vom 23. März 2024, 10:00 Uhr
Handelsname: Lysthenon®
Synonyme: Suxamethonium, Succinylcholin, Succinyldicholin
Englisch: suxamethonium chloride
Definition
Suxamethoniumchlorid ist eine mit Acetylcholin verwandte synthetische Substanz, die agonistisch an nikotinergen Acetylcholinrezeptoren (nAChR) wirkt. Es verursacht dadurch eine Dauerdepolarisation der Muskulatur und wirkt als Muskelrelaxans.
Chemie
Das als Salz vorliegende Molekül besteht aus einem Molekül Bernsteinsäure, das an beiden Carboxylgruppen mit je einem Molekül Cholin verestert ist. Die positiven Ladungen der beiden Cholinreste werden durch Chloridionen des Salzes ausgeglichen.
Wirkmechanismus
Suxamethoniumchlorid findet Verwendung in der Narkoseeinleitung, häufig in Kombination mit einem kurzwirkenden Narkotikum. Durch die Bindung an den nikotinergen Acetylcholinrezeptor verursacht das Molekül eine Dauerdepolarisation der Muskelzellen, die zu einer Inaktivierung der Rezeptoren und damit zur fehlenden weiteren Erregbarkeit der Muskulatur führt; auf diese Weise führt die Gabe von Suxamethoniumchlorid zur Muskelrelaxation.
Pharmakokinetik
Suxamethoniumchlorid hat im Körper eine Halbwertszeit von 3-10 Minuten, eine klinische Wirkdauer von 5-10 Minuten und gilt als ultrakurzwirksames Muskelrelaxans.
Suxamethonium wird in der Leber und im Blutplasma durch die Pseudocholinesterase metabolisiert. Dabei entsteht das ebenfalls pharmakologsich aktive Succinylmonocholin.
Nebenwirkungen
Bei Patienten mit einem angeborenen Mangel des Enzyms Pseudocholinesterase kann es zu lebensbedrohlichen muskulären Blockaden mit Atemlähmungen kommen, da das Molekül nicht durch Spaltung inaktiviert werden kann.
Nach der Gabe von Suxamethoniumchlorid wird gelegentlich über Muskelschmerzen und parasympathomimetische Effekte berichtet. In sehr seltenen Fällen lässt sich das Auftreten einer malignen Hyperthermie nach Gabe von Suxamethoniumchlorid beobachten.
Außerdem sollte bei der Verwendung das Kalium des Patienten überwacht werden, da dieses durch Suxamethoniumchlorid gehäuft aus den Zellen austritt (bedingt durch deren Depolarisation - K+-Ionen als Ausgleich der einströmenden Na+-Ionen). Erhöhtes Kalium kann bereits ab 6-8 mmol/l Herzrhythmusstörungen verursachen.
Quellen
- Pschyrembel - Succinylcholinchlorid, abgerufen am 22.03.2024