Scheibenmeniskus: Unterschied zwischen den Versionen

Zeile 36: Zeile 36:
Radiologische [[Differenzialdiagnose]]n umfassen:
Radiologische [[Differenzialdiagnose]]n umfassen:
* [[Korbhenkelriss]] des Meniskus: Lücke zwischen dem peripheren Meniskusrest und dem verlagerten zentralen Fragment im coronalen Bild.
* [[Korbhenkelriss]] des Meniskus: Lücke zwischen dem peripheren Meniskusrest und dem verlagerten zentralen Fragment im coronalen Bild.
* [[Umgeklappter Meniskus]] (flipped meniscus): Großteil des Meniskus liegt umgeklappt neben dem Vorderhorn.  
* [[umgeklappter Meniskus]] (flipped meniscus): Großteil des Meniskus liegt umgeklappt neben dem Vorderhorn.  
* [[vertikaler Lappenriss (Meniskus)|vertikaler Lappenriss]]: kann zu einer zentralen Verschiebung von Meniskusanteilen führen.
* [[vertikaler Lappenriss (Meniskus)|vertikaler Lappenriss]]: kann zu einer zentralen Verschiebung von Meniskusanteilen führen.



Version vom 14. Dezember 2022, 12:54 Uhr

Synonym: Meniscus disciformis
Englisch: discoid meniscus

Definition

Ein Scheibenmeniskus ist eine anatomische Normvariante der Menisken des Kniegelenks. Es handelt sich um einen übergroßen Meniskus.

  • ICD-10-Code: M23.1 - Scheibenmeniskus (angeboren)

Epidemiologie

Die Prävalenz des Scheibenmeniskus wird auf 1,5 bis 5 % geschätzt. Ein Scheibenmeniskus findet sich häufiger in asiatischen Populationen. Der Außenmeniskus ist deutlich häufiger betroffen. In bis zu 20 bis 50 % der Fälle zeigt sich ein bilaterales Auftreten. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen.

Ätiologie

Vermutlich entsteht ein Scheibenmeniskus durch eine fehlende Resorption der zentralen Anteile während der Embryogenese.

Pathophysiologie

Scheibenmenisken neigen zu einem kurzfristigen Anhaften an der Gelenkoberfläche. Das Haften und anschließende Lösen führt zu einem typischen Knacken und Schnappen bei der Gelenkbewegung. Die Folge ist die Entwicklung einer muzinösen Meniskusdegeneration oder von Meniskuszysten, die für einen Meniskusriss prädisponieren.

Watanabe-Klassifikation

Die Watanabe-Klassifikation basiert auf dem Grad der peripheren Anheftung an das Tibiaplateau und der Form des Meniskus:

  • kompletter Scheibenmeniskus: keine Resorpion der zentralen Anteile. Der Meniskus reicht bis zum Rand der Fossa intercondylaris femoris.
  • inkompletter Scheibenmeniskus: nur teilweise Resorption der zentralen Substanz. Der Meniskus reicht nicht bis zur Fossa intercondylaris femoris. Normaler keilförmiger Querschnitt.
  • Scheibenmeniskus vom Typ Wrisberg: instabiler Meniskus durch fehlende Befestigung des posterolateralen Anteils an der Tibia. Das Hinterhorn ist nur am Wrisberg-Band (Ligamentum meniscofemorale posterius) befestigt.

Klinik

Ein Scheibenmeniskus verursacht häufig keine Symptome, sodass es sich um einen radiologischen Zufallsbefund handelt. Mögliche Symptome sind:

  • Knacken und Schnappen bei der Gelenkbewegung
  • Blockierung
  • Knieschmerzen

Diagnostik

Die klinische Verdachtdiagnose wird mittels einer Magnetresonanztomographie (MRT) bestätigt. Entscheidender Hinweis ist ein abnorm breiter Meniskus mit Verlust des normalen keilförmigen Querschnitts. Bei einem inkompletten Scheibenmeniskus findet sich eine zentrale Verjüngung, aber deutlich medialer als normal. Im coronalen Bild weist der Meniskus eine mediolaterale Ausdehnung von > 14 mm auf. Der zentrale Meniskusanteil bedeckt > 50 % der Gelenkflächen der Tibiakondylen. In sagitalen Aufnahmen finden sich mehr Meniskusschleifen (Bowtie-Sign) als normal.

Scheibenmenisken weisen häufig ein erhöhtes Binnensignal auf. Weiterhin sollte nach einem Meniskusriss gesucht werden und die Untersuchung des kontralateralen Knies empfohlen werden.

Differenzialdiagnosen

Radiologische Differenzialdiagnosen umfassen:

  • Korbhenkelriss des Meniskus: Lücke zwischen dem peripheren Meniskusrest und dem verlagerten zentralen Fragment im coronalen Bild.
  • umgeklappter Meniskus (flipped meniscus): Großteil des Meniskus liegt umgeklappt neben dem Vorderhorn.
  • vertikaler Lappenriss: kann zu einer zentralen Verschiebung von Meniskusanteilen führen.

Therapie

Bei Kindern ohne Meniskusriss erfolgt eine konservative Behandlung. Falls Symptome auftreten, kommt eine arthroskopische Resektion des diskoiden Mittelteils in Frage. Bei Meniskusrissen kann eine Reparatur bzw. eine Resektion des Risses erwogen werden.