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Wandelröschen

Englisch: common lantana

1 Definition

Das Wandelröschen ist eine Pflanzenart aus der Gattung Lantana innerhalb der Familie der Eisenkrautgewächse (Verbenaceae). Sie hat Bedeutung als Zier- und Giftpflanze. Die botanische Bezeichnung lautet Lantana camara.

2 Merkmale

Es handelt sich um eine 30 bis 100 cm hohe, strauchartige Pflanze mit vierkantigem Stängel. Die Blätter weisen eine eirunde bis längliche, zugespitzte Blattspreite mit runzeliger Oberfläche auf. Blattunterseits zeigen sich häufig weißliche Haare. Die Blüten stehen in ährenartigen Blütenständen (gedrängte, halbrunde Köpfchen). Die Bezeichnung "Wandelröschen" bezieht sich auf einen Farbwechsel der Blütenblätter während der Blühphase (von gelb nach rot bis lila). Aus den Blüten gehen beerenartige Früchte hervor, die zur Fruchtreife bläulich-schwarz gefärbt sind. Es existieren verschiedene Züchtungen und Hybriden (Kreuzungen mit anderen Lantana-Arten).

3 Verbreitung

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet liegt in der Neotropis (tropisches Amerika). Inzwischen ist die Art in vielen tropischen und subtropischen Gebieten als Neophyt verbreitet. In Mitteleuropa erfolgt die Verwendung als Zierpflanze.

4 Toxikologie

Lantana camara besitzt toxische Inhaltsstoffe. Identifiziert wurden unter anderem pentacyclische Triterpene (Lantaden A und B, sind vor allem in den Blättern enthalten) mit hepatotoxischer Wirkung. Lantaden A scheint toxischer zu sein als Lantaden B. Seit langem ist die Toxizität für verschiedene Tierarten (Weidevieh) bekannt. Symptome einer Intoxikation können Ikterus, Photosensibilität und Obstipation sein. Sektionsbefunde verendeter Tiere ließen Cholestase, Schädigung der Nieren sowie eine Vergrößerung der Gallenblase erkennen. Die Applikation von 60 mg/kg Lantaden A (Tierversuch, Schaf) führt zum typischen Vergiftungsbild einer Intoxikation mit Wandelröschen.

Beim Menschen sind Vergiftungen durch Aufnahme unreifer Früchte dokumentiert. Betroffen sind vor allem Kleinkinder. Einzelne Fälle mit letalem Verlauf sind bekannt. Es wurde in mehreren Fällen von einer Symptomatik ähnlich einer Intoxikation mit Tollkirsche (Atropa belladonna) berichtet. Neben den bereits geschilderten Symptomen wurden Emesis, Mydriasis, Ataxie, Zyanose und Dyspnoe beobachtet. Die Latenzzeit beträgt 2,5 bis 5 (z.T. 6) Stunden. In 13 dokumentierten Fällen wurde nach 20 Minuten bis 1,5 Stunden nach Aufnahme von Beeren durch Kinder eine Magenspülung durchgeführt. Symptome blieben hierbei aus.

Die reifen Früchte werden in einigen Regionen gegessen. Es gibt Varietäten und Züchtungen mit verringerter Toxizität. Dabei sind anstelle von Lantaden A und B Triterpene anderer Struktur nachweisbar.

4.1 Therapie der Vergiftung

Nach Aufnahme von Pflanzenmaterial erfolgen resorptionsvermindernde Maßnahmen (Aktivkohle). Innerhalb der ersten drei Stunden kann eine Magenspülung indiziert sein, ggf. intensivmedizinische Betreuung. Es ist auf reichlich Flüssigkeitszufuhr zu achten. Darüber hinaus erfolgt die Therapie symptomatisch.

5 Literatur

  • Frohne & Pfänder: Giftpflanzen, Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft, 2. Auflage.
  • Roth, Daunderer & Kormann: Giftpflanzen - Pflanzengifte, 5. Aufl., Nikol Verlag.

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