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Vulvovaginitis (Pferd)

Synonym: Entzündung der Vulva und Vagina
Englisch: vulvovaginitis

1 Definition

Als Vulvovaginitis bezeichnet man bei der Stute eine Entzündung der Schleimhäute von Scheidenvorhof (Vestibulum vaginae) und Scheide (Vagina)

2 Pathogenese

Eine Vulvovaginitis entsteht entweder aszendierend oder im Zusammenhang mit einer Endometritis bzw. Zystitis.

Als prädisponierender Faktor gilt ein unvollständiger Schamschluss, der zu einer Pneumovagina führt und letztendlich eine aufsteigende Infektion begünstigt. Durch die einströmende Luft und aufsteigenden Bakterien wird die vaginale Schleimhaut gereizt (Entzündung). Eine Urovagina (oft postpartal) kann durch eine kontinuierliche Reizung der Schleimhaut durch Urin ebenso eine Vulvovaginitis begünstigen.

Neben anatomischen Faktoren kann eine Vulvovaginits auch iatrogen (z.B. Einbringen reizender Präparate) sowie durch eine Infektion mit dem equinen Herpesvirus 3 (EHV-3) entstehen.

3 Symptome

Die Entzündung führt zu einer Hyperämisierung der Schleimhaut. Die Sekretion ist gesteigert, sodass es zu mukösen bis seromukösen Belägen auf der Schleimhaut kommt.

4 Diagnostik

Die Erhebung einer ausführlichen Anamnese ist bei Verdacht einer Erkrankung stets durchzuführen (z.B. um iatrogene Auslöser ausschließen zu können).

Die Diagnosestellung erfolgt mithilfe einer gynäkologischen Untersuchung. Hierbei muss v.a. auf einen unvollständigen Schamschluss sowie das Vorliegen einer Pneumo- oder Urovagina geachtet werden.

5 Therapie

Zusätzlich zur lokalen Therapie sollte immer eine Behandlung der auslösenden Ursache (z.B. Korrektur eines ungenügenden Schamschluss mithilfe einer Caslick-Operation) erfolgen.

Die symptomatischen Behandlung besteht aus Schleimhautspülungen mit 0,9 %iger NaCl-Lösung oder milden desinfizierenden Substanzen (Povidon-Iod). Sollte es zu Störungen des Allgemeinbefindens oder zu hochgradig schmerzhaften Entzündungen kommen, muss umgehend eine antiphlogistische (z.B. mit Flunixin-Meglumine) und bei Bedarf eine antibiotische Therapie eingeleitet werden.

6 Literatur

  • Aurich, Christine. Reproduktionsmedizin beim Pferd. Gynäkologie - Andrologie - Geburtshilfe. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey-Verlag, 2004.

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Diese Seite wurde zuletzt am 29. April 2020 um 22:31 Uhr bearbeitet.

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