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Variolavirus

Synonym: Orthopoxvirus variola

1 Definition

Das Variolavirus ist ein Vertreter der Poxviridae und Erreger der Pocken (Variola vera, Variola major). Es gehört zu den Doppelstrang-DNA-Viren und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Charakteristisch kommt es bei Personen, die mit Variolaviren infiziert sind, zu Fieber und Bläschenbildung an der Hautoberfläche.

2 Hintergrund

Variolaviren gehören zur Gattung der Orthopoxviren und sind seit den 1970er Jahren komplett ausgerottet. Es sind seither keine Wildinfektionen mit Variolaviren mehr aufgetreten. Einige Stämme werden jedoch in Hochsicherheitslaboren asserviert.

3 Geschichte

In den vergangenen Jahrhunderten war Pockeninfektionen weit verbreitet. Die erste Impfung erfolgte ebenfalls mit Pockenerregern. Mithilfe von Kuhpocken und Pockenschorf erprobte man diese Methode. Der englische Landarzt Edward Jenner entwickelte im 17. Jahrhundert die sogenannte Vacciniavirus-Lebendimpfung. Dazu entnahm er einer mit harmlosen Kuhpocken infizierten Frau Pockenschorf aus einer Pockenblase. Diese übertrug er auf den Sohn seines Gärtners. Er infizierte sich mit den harmlosen Kuhpocken. Danach versuchte Jenner ihn mit den gefährlichen Variolaviren zu infizieren. Der Junge war gegen die Variolaviren immun und infizierte sich nicht.

4 Varianten

Das Variolavirus kommt in zwei Varianten vor:

  • Orthopoxvirus variola löst die "echten Pocken" (Variola vera) aus
  • Orthopoxvirus variola var. alastrim ist der Erreger der milder verlaufenden "weißen Pocken" (Variola minor)

Fachgebiete: Virologie

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