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Mitralklappe

(Weitergeleitet von Valva mitralis)

von lateinisch mitra - Bischofsmütze
Synonyme: Valva mitralis, Valva atrioventricularis sinistra, linke Atrioventrikularklappe, Bikuspidalklappe
Englisch: mitral valve, MV

1 Definition

Die Mitralklappe ist eine Herzklappe, die architektonisch zu den Segelklappen gehört. Sie befindet sich zwischen dem linken Vorhof und der linken Kammer des Herzen und verhindert einen systolischen Rückfluss von Blut aus der linken Kammer in den linken Vorhof.

2 Aufbau

Die Mitralklappe besteht aus zwei zarten, bindegewebigen Segeln:

An beiden Enden der Kommissuren befinden sich kleine dreieckige Spalten, die durch die rechte und linke Cuspis commissuralis verschlossen werden.

Durch Sehnenfäden (Chordae tendineae) sind die Segel der Mitralklappe an den zur Kammer hin gelegenen Papillarmuskeln (Mm. papillares anterior und posterior) befestigt.

3 Physiologie

Die Funktion der Mitralklappe ist die Abdichtung des linken Vorhofs gegenüber der linken Kammer während der Systole. Während der Systole ist die Mitralklappe geschlossen, in der Diastole offen.

Die Klappensegel legen sich bei Anstieg des Druckes in der linken Kammer passiv bündig aneinander. Die Papillarmuskeln verhindern durch ihren synchron zur Kontraktion der Kammer stattfindenden Zug an den Sehnenfäden ein Umschlagen der Mitralklappe in den linken Vorhof.

4 Klinik

Die Mitralklappe ist die am häufigsten von rheumatischen Klappenerkrankungen betroffene Herzklappe. Eine Verengung der zwischen den Klappensegeln gelegenen Öffnung wird als Mitralstenose bezeichnet. Ein Verlust der Schließfähigkeit der Klappensegel führt zur Mitralinsuffizienz. Eine systolische Ausstülpung der Mitralklappe in den linken Vorhof bezeichnet man als Mitralklappenprolaps.

Im Rahmen der Herzauskulatation lassen sich Veränderungen der Mitralklappe im 5. ICR links etwa in Höhe der Medioclavicularlinie am besten beurteilen.

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Fachgebiete: Brusteingeweide

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