Urinelektrophorese
Trainier deine Lernmuskeln!
Mit Flash Cards, Quiz und mehr
LoslegenEnglisch: urine electrophoresis, urine protein electrophoresis (UPEP)
Definition
Die Urinelektrophorese (vollständiger Name: Urineiweißelektrophorese) ist ein labordiagnostisches Verfahren zur elektrophoretischen Auftrennung und Messung verschiedener Proteine im Urin. Sie kann zur Abklärung einer unklaren Proteinurie angewendet werden.
Hintergrund
Das Ergebnis der Urinelektrophorese erlaubt eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Formen der Proteinurie:
Untersuchungsmaterial
- 10 ml eines 24-h-Sammelurins oder 2. Morgenurin
Häufig wird vor der Durchführung einer Eiweißelektrophorese die Gesamteiweißkonzentration im Urin bestimmt. Unter einem bestimmten Schwellenwert, z. B. 150 mg/l, wird die Untersuchung nicht durchgeführt, da kein sinnvolles Ergebnis zu erwarten ist.
Nachweis
In der Urinelektrophorese lassen sich u.a. folgende Proteine differenzieren:[1]
- Albumin
- Transferrin
- Tamm-Horsfall-Protein
- β2-Mikroglobulin
- Retinol-bindendes Protein
- Leichtketten
- monomeres IgG
Die Urineiweißelektrophorese wird technisch auch als SDS-PAGE durchgeführt.
Bedeutung
Die Urinelektrophorese alleine reicht in der Regel nicht zur Diagnosestellung. Ausnahme ist der Nachweis von Bence-Jones-Protein im Rahmen des Multiplen Myeloms. Die Methode kann jedoch eine Hilfestellung in der Differentialdiagnostik bieten und ist verhältnismäßig kostengünstig und schnell durchführbar.
Quellen
- Tirol Kliniken; Elektrophorese im Harn; abgerufen am 12.08.2024
- LaborAktuell; Leitfaden Proteinurie; Limbach Gruppe; ab
Literatur
- ↑ Becker und Boesken. Differentialdiagnose renaler Erkrankungen mit der Urinprotein-Elektrophorese (SDS-PAGE). J Lab Med 29(5): 317-324. 2005