Tachykardie-Zykluslänge
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englisch: Tachycardia Cycle Length (TCL)
Synonyme: Zykluslänge der Tachykardie, Zykluslänge
Definition
Die Tachykardie-Zykluslänge, kurz TCL, bezeichnet das Zeitintervall zwischen zwei konsekutiven Depolarisationen während einer Tachykardie. Die Angabe erfolgt in Millisekunden. Die Frequenz entspricht dem Kehrwert der Zykluslänge (Frequenz = 60.000 / TCL in ms).
Hintergrund
Die TCL beschreibt die zeitliche Organisation einer Tachyarrhythmie. Sie dient der elektrophysiologischen Charakterisierung supraventrikulärer und ventrikulärer Tachykardien. Reentry-Tachykardien weisen häufig eine konstante Zykluslänge auf. Fokale oder automatische Tachykardien zeigen eine höhere Zyklusvariabilität. Änderungen der TCL können auf Modifikation des Arrhythmiesubstrats oder autonome Einflüsse hinweisen. Eine plötzliche Verlängerung oder Verkürzung der TCL kann auf Übergänge zwischen unterschiedlichen Arrhythmiemechanismen hindeuten. Eine stabile TCL über längere Episoden spricht für ein anatomisch definiertes Reentry-Substrat.
Messung
Die Bestimmung erfolgt im Oberflächen-EKG oder im intrakardialen Elektrogramm. Gemessen wird das Intervall zwischen zwei konsekutiven ventrikulären oder atrialen Signalen. In der invasiven Elektrophysiologie erfolgt die Messung aus endokardialen Ableitungen mit hoher zeitlicher Auflösung. Die Mittelwertbildung mehrerer Intervalle reduziert Artefakte und Beat-to-Beat-Variabilität.
Klinische Bedeutung
Die TCL dient der Differenzierung regelmäßiger von irregulären Tachykardien. Sie ist Grundlage von Entrainment-Manövern in der invasiven Elektrophysiologie. Das Post-Pacing-Intervall wird mit der TCL verglichen, um die Distanz eines Stimulationsorts zum Reentry-Kreis zu beurteilen. In implantierbaren Kardioverter-Defibrillatoren definieren programmierte Grenzzykluslängen die Detektionszonen für antitachykarde Therapien.
Abgrenzung
Die Zykluslänge stellt die Zeitdarstellung eines Rhythmusintervalls dar, während die Herzfrequenz dessen Frequenzdarstellung ist. Bei Vorhofflimmern besteht aufgrund fehlender Regelhaftigkeit keine konstante TCL. QT-Zeit und RR-Intervall beschreiben eigenständige elektrokardiographische Zeitparameter.
Literatur
- M. Wieczorek, Kursbuch Kardiologische Elektrophysiologie, Thieme-Verlag
- L. Iden et. al., Invasive Elektrophysiologie für Einsteiger, Springer-Verlag
- E. Hoffmann et. al., Interventionelle kardiale Elektrophysiologie – Praxis-Lehrbuch, Springer-Verlag