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Response-to-injury-Theorie

nach Russel Ross und John A. Glomset (1973)

1 Definition

Die Response-to-injury-Theorie oder auf deutsch "Antwort-auf-Verletzung-Theorie" ist das nach derzeitigem Wissensstand (2009) aktuelle Erklärungsmodell für die Pathogenese der Arteriosklerose.

2 Histopathologie

Ihre Theorie begründeten Ross und Glomset auf den histopathologischen Befunden atherosklerotischer Plaques. Diese bestehen aus einem Konglomerat aus Lipiden, Kalk und Zelldetritus innerhalb der Intima, das meist von einer dünnen fibrösen Kappe ("cap") bedeckt ist.

3 Pathogenese

Als "Antwort" einer durch die Risikofaktoren der Arteriosklerose bedingten Intimaläsion ("injury") kommt es zu einer subintimalen LDL-Akkumulation mit nachfolgender Entzündung.

LDL-Anhäufungen innerhalb der Intimaläsion locken Makrophagen in das Schädigungsgebiet. Mittels ihres membranständigen oxLDL-Rezeptor (Scavenger-Rezeptor) sind Makrophagen zur Phagozytose von LDL befähigt. oxLDL steht dabei für "oxidiertes LDL". Fehlende negative Feedbackmechanismen bewirken eine exzessive LDL-Phagozytose und Transformation der Makrophagen zu sogenannten Schaumzellen. Makroskopisch erscheinen diese im histologischen Präparat als Fettstreifen ("fatty streaks").

Die überladenen Makrophagen nekrotisieren schließlich, ihr Inhalt entleert sich ins umliegende Gewebe und erzeugt dort eine lokale Entzündung im Bereich des Arterioskleroseherdes. Interleukine stimulieren die Proliferation und Einwanderung von Myofibroblasten der Media, die durch Transformation zu Fibrozyten die atheromatöse Kappe bilden. Freigesetztes Calcium fällt im fortgeschrittenen Stadium der Arteriosklerose aus und bildet die starren Gefäßwandverkalkungen.

3.1 Endotheliale Dysfunktion

Begünstigender Faktor der Pathogenese ist nach heutigem Kenntnisstand die endotheliale Dysfunktion im Bereich des Arterioskleroseherdes. Durch die Verminderung des Stickstoffmonoxids kommt es zu einer Aufhebung der NO-vermittelten Gefäßprotektion:

Als Folge der endothelialen Dysfunktion migrieren Leukozyten in den Arterioskleroseherd und führen im Sinne eines Circulus vitiosus zu einer vermehrten Makrophagenakkumulation und Steigerung der inflammatorischen Prozesse.

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