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Passivrauchen

Englisch: passive smoking, secondhand smoke

1 Definition

Passivrauchen ist das Einatmen von Tabakrauch aus der Raumluft durch eine nicht aktiv rauchende Person.

2 Hintergrund

Beim Passivrauch unterscheidet man zwischen:

  • Hauptstromrauch: entsteht während des Zuges an einer Zigarette sowie beim Ausatmen des Rauchs (Zugphase)
  • Nebenstromrauch: entsteht in Rauchphasen durch das Glimmen der Zigarette (Glimmphase).

Vermutlich macht der Nebenstromrauch anteilsmäßig 75-85 % des Passivrauchs aus. Grundsätzlich ähnelt sich die chemische Zusammensetzung des Haupt- und des Nebenstromrauches, jedoch unterscheiden sich die Konzentrationen einzelner Stoffe. Beispielsweise finden sich deutlich höhere Konzentrationen von Ammoniak und Formaldehyd im Nebenstromrauch, während Blei fast nur im Hauptstromrauch nachweisbar ist.

3 Nachweis

Als Expositionsmarker für Passivrauch wird häufig die Coitinkonzentration gemessen. Coitin ist ein Abbauprodukt von Nikotin und findet sich bei Exponierten in Blut und Harn. Es besitzt eine Halbwertszeit von 16-22 Stunden. Weitere Marker sind z.B. Kohlenstoffmonoxid oder Acrylnitril-Proteinaddukte

4 Klinik

Passivrauch wird genau wie Tabakrauch von der WHO als Karzinogen der Gruppe 1 eingestuft. Neben krebserregenden Bestandteilen enthält der Passivrauch auch akut toxische Substanzen (z.B. Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxid, Nikotin). Passivrauchen erhöht das Risiko für eine Vielzahl an Erkrankungen:

5 Quellen

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Diese Seite wurde zuletzt am 4. Mai 2020 um 14:16 Uhr bearbeitet.

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