Pädiatrische Rehabilitation
Definition
Die pädiatrische Rehabilitation ist eine stationäre oder ambulante Rehabilitationsmaßnahme für Kinder und Jugendliche. Sie bildet einen Bestandteil in der Langzeitversorgung von chronisch Erkrankten.
Rahmenbedingungen
Die pädiatrische Rehabilitation kann bis zum 18. Lebensjahr erfolgen, oder bis zum 27. Lebensjahr bei einer Schul- oder Berufsausbildung, während eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder Bundesfreiwilligendienstes oder bei einer fehlenden Erwerbstätigkeit bei einer Behinderung.
Für Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung ist § 15a SGB V[1] die zentrale Rechtsgrundlage; für Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung gilt § 40 SGB V.[2] Für Zuständigkeitsklärung und Wunsch- und Wahlrecht sind zudem die Regelungen des SGB IX zu beachten.
Verantwortlich für die Durchführung der Rehabilitation ist bei Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen der Leistungsträger, bei dem der Rehabilitationsantrag zuerst gestellt wird. Der Antragsteller hat ein Vorschlagsrecht für eine bestimmte Rehaklinik.[3]
In der Regel erfolgt die Rehabilitation über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen. Zur Erfüllung der Rehaziele kann aus medizinisch notwendigen Gründen eine Verlängerung beantragt werden. Häufig erfolgt die Rehabilitation in einem stationären Setting. Eine Mitaufnahme einer Begleitperson oder – bei entsprechender Indikation (z.B. psychologische oder entwicklungsbedingte Beeinträchtigungen oder körperliche Behinderungen) – von Familienangehörigen ist möglich, wenn dies für Durchführung oder Erfolg der Rehabilitation erforderlich ist.
Ziele der Rehabilitation können die Linderung von Krankheitssymptomen, die Erleichterung der Krankheitsbewältigung und Steigerung der psychischen und der körperlichen Leistungsfähigkeit sein. Somit soll wieder zur Ausübung von Aktivitäten des täglichen Lebens befähigt und eine derzeitige oder spätere Erwerbsfähigkeit wiederhergestellt werden. Bei medizinischer Notwendigkeit kann im Verlauf eine erneute Rehabilitation durchgeführt werden.
Familienorientierte Rehabilitation
Eine Sonderform der Kinder- und Jugendrehabilitation ist die familienorientierte Rehabilitation (FOR). Neben dem erkrankten Kind wird zusätzlich die Familie (die primär sozialisierte Kernfamilie im Sinne der Lebensgemeinschaft der im Haushalt lebenden Personen) aufgenommen und in den Behandlungsprozess eingebunden. Indikationen für eine FOR sind unter anderem onkologische Erkrankungen, Mukoviszidose und Zustand nach Transplantation. Das Familiensystem und einzelne Familienmitglieder werden hierbei mit behandelt, unter anderem um sie als Co-Therapeuten zu schulen, um die krankheitsbedingte Lebensstilanpassung der Familie zu erleichtern und um die Reha-Akzeptanz zu fördern.
Indikationen
Die Behandlungen beinhalten häufig ärztliche, psychologische, sozialpädagogische und pflegerische Ansätze. Es erfolgen je nach Indikation Schulungen, bewegungs- und ernährungstherapeutische Anwendungen, sowie physio- und ergotherapeutische Anwendungen. Indikationen sind unter anderem:
Leitlinien
Rehabilitationsleitlinien für ausgewählte Krankheitsbilder in der Kinder- und Jugendmedizin werden interdisziplinär von der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Rehabilitation und Prävention e.V. (DGPRP) erarbeitet.