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Osteochondrosis intervertebralis

Englisch: intervertebral osteochondrosis, deteriorated disc

1. Definition

Als Osteochondrosis intervertebralis werden degenerative Veränderungen der Bandscheibe und der angrenzenden Endplatten der Wirbelkörper bezeichnet.

2. Hintergrund

Eine Osteochondrose ist bei fast allen älteren Menschen nachweisbar. Neben genetischer Prädisposition beschleunigen Übergewicht und inadäquate Belastungen das Auftreten. Am häufigsten sind die mittlere bis untere HWS sowie die untere LWS betroffen.

3. Radiologie

3.1. Konventionelles Röntgen und CT

In konventionellen Röntgenaufnahmen sowie in der Computertomographie (CT) fallen eine Höhenminderung des Bandscheibenfachs, ein Vakuumphänomen sowie selten auch Bandscheibenverkalkungen auf. Des Weiteren finden sich eine vermehrte subchondrale Sklerosierung an den Grund- und Deckplatten sowie osteophytäre Ausziehungen an den Rändern der Wirbelkörper (Spondylophyten). Anfangs sind die Spondylophyten oft nur nach horizontal ausgerichtet, später wachsen sie auch in vertikaler Richtung unter dem vorderen Längsband zum nächsten angrenzenden Wirbelkörper und können das Segment überbrücken. Ventrale Spondylophyten finden sich bei fast allen Menschen ab dem 40. Lebensjahr und haben keine klinische Relevanz. Dorsale Spondylophyten (Retrospondylophyten) sind hingegen pathologisch, da sie in den Spinalkanal oder die Neuroforamina ragen können.

Bei unregelmäßig konturierten, verschmälerten oder sogar kurzstreckig unterbrochenen Endplatten spricht man von einer erosiven Osteochondrose.

3.2. MRT

In der Magnetresonanztomographie (MRT) fällt eine Höhenminderung der Bandscheibe mit reduziertem T2w-Signal aufgrund der Dehydratation auf. Des Weiteren lassen sich nach der Modic-Klassifikation drei Phasen der Wirbelkörperveränderungen unterscheiden:

4. Klinik

Die Osteochondrose ist ein deskriptiver radiologischer Begriff, der zunächst keinen Krankheitswert hat. Bei Modic Typ 1 können tiefe Rückenschmerzen auftreten.

5. Differenzialdiagnose

Die MRT-Befunde bei einer Osteochondrose Typ 1 nach Modic müssen von einer Spondylodiszitis differenziert werden. Hier finden sich eine deutlichere Kontrastmittelaufnahme, ein vermehrtes Wassersignal in der Bandscheibe sowie eine Mitreaktion der umgebenden Weichteile und ggf. ein paravertebraler Abszess.

siehe auch: Bandscheibendegeneration, Spondylose, Spondylarthrose

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