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Os tibiale externum

Synonyme: Os naviculare accessorium, Os naviculare externum, Os naviculare secundarium
Englisch: Os tibiale externum, accessory navicular bone, accessory tarsal navicular

1 Definition

Als Os tibiale externum bezeichnet man ein akzessorisches Ossikel, welches als anatomische Normvariante medial bzw. dorsomedial des Os naviculare pedis lokalisiert ist.

2 Epidemiologie

Das Os tibiale externum ist eine häufige Normvariante und kommt bei rund 10 % der Bevölkerung vor. Es ist ein häufiger Zufallsbefund bei radiologischen Untersuchungen des Fußes und tritt oft auch bilateral auf.

3 Ätiologie

Ursächlich liegt der Entstehung des Os tibiale externum eine Veränderung der Skelettentwicklung z.B. in Form eines akzessorischen bzw. nicht verschmolzenen Ossifikationszentrums zugrunde.

4 Klassifikation

In der Literatur finden sich unterschiedliche Einteilungen der Formvarianten. Nach Lawson et al. (bzw. teilweise auch nach Geist et al.) werden drei Typen unterschieden[1]:

  • Typ 1: Ovalär bis rundliches, glatt begrenztes Sesambein, welches in der Ansatzsehne des Musculus tibialis posterior liegt.
  • Typ 2: Trianguläres Ossikel, welches eine knorpelige Verbindung (Synchondrose) zum Os naviculare pedis hat.
  • Typ 3: Nach medial erweitertes Os naviculare i.S. eines Os naviculare cornutum (entspricht einem fusionierten Typ 2)

5 Klinik

Je nach Form und Größe kann es zu Irritationen insbesondere der Sehne des Musculus tibialis posterior kommen. Hierbei ist der Typ 2 am häufigsten mit klinischen Beschwerden assoziiert. Diese können sich z.B. in Schmerzen beim Gehen äußern. Chronische Reizungen der Tibialis-posterior-Sehne können zu einer Insuffizienz der Sehne und somit auch zu einer Insuffizienz der Querverspannung des Fußskeletts führen. Dies kann unbehandelt zur Entstehung einer Plattfußdeformität führen.[2]

6 Therapie

Das zumeist asymptomatische und nur als Zufallsbefund entdeckte Os tibiale externum bedarf keiner spezifischen Therapie. Kommt es jedoch bei ausgeprägteren Formen z.B. zu Reizzuständen der Ansatzsehne des Musculus tibialis posterior, so kann eine chirurgische Entfernung indiziert sein.

7 Quellen

  1. Lawson JP et al. The painful accessory navicular. Skeletal Radiol. 1984, PMID 6239377
  2. Waldt et al. Messverfahren und Klassifikationen in der muskuloskelettalen Radiologie, Georg Thieme Verlag, 2011

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