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Orthorexia nervosa

von altgriechisch: orthós - richtig und órexi - Appetit
Synonym: Orthorexie

1 Definition

Der Begriff Orthorexia nervosa bzw. Orthorexie bedeutet, dass die Betroffenen ein krankhaftes Verlangen haben, sich möglichst "gesund" zu ernähren. Die Orthorexie wird zu den Essstörung gezählt, das Krankheitsbild ist in in der Wissenschaft aber nicht unumstritten.

2 Formen der Störung der Nahrungsaufnahme

3 Symptome und mögliche Ursachen

  • Das krankhaftes Verlangen, sich gesund zu ernähren, kann Teilsymptom einer Essstörung sein.
  • Psychiater halten auch eine Zwangsstörung für möglich.
  • Zunehmend spielen seelische Konflikte, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und der Wunsch nach Kontrolle eine Rolle.
  • Kontrolle, die in anderen Lebensbereichen verloren ging, wird über die Reglementierung des Essens wiederhergestellt.
  • Schuldgefühle, und das schon innerhalb einer stark eingeschränkten Auswahl ihrer Nahrungsmittel, sind typisch.
  • Der „Qualitätswert“ der Nahrungsmittel wird ganz extrem begriffen und so übertrieben, dass diese Kranken bezüglich einer vollwertigen Ernährung selbst handlungsunfähig werden: Es kommt nicht selten zu einer regelrechten Panik vor „schädlichen Lebensmitteln“, denn die Gedanken der Orthorektiker kreisen ständig nur um das „gesunde Essen“. Es besteht die Gefahr in eine therapiebedürftige Angststörung „abzugleiten“.

4 Die Situation der Therpeuten und Betreuer

  • Nicht selten stehen Pflegefachkräfte vor schier unlösbaren Problemen bezüglich der Ernährungsgewohnheiten und der ausgeprägten Mangelernährung dieser Kranken.
  • Für lange Aufklärungsgespräche ist es schon zu spät.
  • Die Möglichkeiten der Krankenhausküche“ sind oft personell, in der Vielfalt und im Angebot mehr als begrenzt. Die patientenwirksame Zeit von Arzt und Pflegepersonal ist stark limitiert.
  • Innerhalb einer eventuell nötigen intensivmedizinischen Behandlung und Pflege wird in bestimmten Fällen eine parenterale Ernährung nötig. Da diesen sensiblen Menschen oft schon das Umfeld der Intensivstation erhebliche Probleme bereitet, sind sie auf einer Intermediate Care Station besser aufgehoben.

5 Auswegsuche

  • Die Patienten sollten über ihre Krankheitsursachen aufgeklärt werden, denn Einsicht ist der erste Weg zur Besserung!
  • Die Aufarbeitung von Ängsten und Zwangsvorstellungen kann am besten innerhalb einer psychosomatischen Nachbehandlung erfolgen.
  • Eine Bahandlung in der Fachabteilung sollte so früh als möglich realisiert werden, denn das Akutkrankenhaus ist kein „heilendes Umfeld“ für diese Patienten.
  • Tageskliniken sind vorzuziehen, da diese Patienten innerhalb ihrer „Kontrollwut“ schwierig im Umgang sind und mit sich selbst größere Probleme haben. Da hilft die „klinikfreie Nacht“ im eigenen Heim.

6 Quelle

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