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Oogenese

von griech: Oon- Ei, genesis- Entstehung
Synonym: Ovogenese

1 Definition

Der Begriff Oogenese bezeichnet die Entwicklung der weiblichen Gameten (Oozyten). Sie beginnt in der Fetalperiode und dauert bis zur ovulatorischen Ausreifung der Vorstadien zur befruchtungsfähigen Eizelle.

2 Ablauf

Die Oogenese lässt sich chronologisch in zwei Entwicklungsabschnitte einteilen.

2.1 Pränatale Entwicklung

Die pränatale Entwicklung beginnt im 2. Schwangerschaftsmonat durch Differenzierung der pluripotenten Urkeimzellen in der Gonadenleiste zu unipotenten Vorläuferzellen der Oozyte (Oogonien). Diese treten zunächst in eine Proliferationsphase ein, innerhalb derer sie sich durch mitotische Zellteilung klonal vermehren.

Mit Abschluss der Genitaldifferenzierung in der 12. Schwangerschaftswoche beginnt die weitere Differenzierung der Oogonien durch Eintritt in die erste Reifeteilung (Meiose). Mit Abschluss des Diplotän der Prophase I wird die Zelle innerhalb der Meiose arretiert. Sie wird nun als primäre Oozyte bezeichnet.

Den Abschluss der präpartalen Entwicklung bildet die Organisation des Primordialfollikels. Hierbei umgeben sich die primären Oozyten mit Follikelepithelzellen des Ovars.

2.2 Postpartale Entwicklung

Das Arreststadium (Diktyotän) der Eizelle überdauert viele Jahre. Während der Follikulogenese, die sich innerhalb der Zeitspanne der Pubertät bis zur Menopause zyklisch wiederholt (Ovarialzyklus), reifen die Oozyten der dominanten Follikel (Graaf-Follikel) aus. Die restlichen Eizellen gehen im Rahmen der Follikelatresie unter.

2.2.1 Differenzierung der Oozyte

Die postpartale Differenzierung beginnt mit der präovulatorischen Wiederaufnahme der 1. Reifeteilung unter dem Einfluss von LH. Aus ihr geht unter Abschnürung des 1. Polkörperchens die sekundäre Oozyte hervor. Diese tritt während der Ovulation in die 2. Reifeteilung ein und wird in der Metaphase arretiert (befruchtungsfähige Eizelle).

Erst bei Penetration der Eizelle durch ein Spermium wird der Metaphasearrest aufgehoben und die 2. Reifeteilung durch die Abschnürung eines weiteren Polkörperchens vollendet.

3 Genetische Bilanz

Während der Oogenese wird der diploide Chromosomensatz der Keimzellen sukzessive auf einen haploiden Chromosomensatz reduziert. Die nachfolgende Tabelle gibt einen Überblick über Karyotyp und chromosomale Verteilung der verschiedenen Entwicklungsstadien:

Entwicklungsstadium Karyotyp Ploidiegrad Kopien eines Chromatids (c)
Oogonie 46,XX diploid (2n) 4
primäre Oozyte 46,XX diploid (2n) 4
sekundäre Oozyte 23,X haploid (1n) 2
weiblicher Vorkern 23,X haploid (1n) 1

siehe hierzu auch: Meiose, Oozyte, Follikelreifung, Gamet

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