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Nussknackerösophagus

Synonyme: Nussknackerspeiseröhre, hyperkontraktiler Ösophagus
Englisch: nutcracker esophagus

1 Definition

Der Nussknackerösophagus ist eine hyperkontraktile Motilitätsstörung der unteren Ösophagusmuskulatur, einschließlich des unteren Ösophagussphinkters, die sich in spastischen Speiseröhrenkrämpfen während des Schluckaktes äußert.

2 ICD-10-Klassifikation

K22.4

3 Ätiopathogenese

Die Pathogenese des Nussknackerösophagus ist nicht bekannt. Er kann isoliert (idiopathischer N.) oder in Folge verschiedener Erkrankungen (sekundärer N.) auftreten:

4 Pathophysiologie

Der Nussknackerösophagus ist gekennzeichnet durch einen verlangsamten physiologisch aboral gerichteten Kontraktionsablauf mit manometrisch messbar erhöhter Druckamplitude (>160 mmHg, in Spitzen bis zu 300 mmHg).

5 Klinik

Die spastischen Kontraktionen führen zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Schluckaktes mit Einklemmung des Speisebolus und daraus resultierender ösophagealer Dysphagie. Die Symptome äußern sich als Bolusgefühl während des Schluckates oder in nicht kardial bedingten retrosternalen Schmerzen. Hinzu kommt die psychische Belastung des Patienten

6 Diagnostik

Das diagnostische Vorgehen beinhaltet den vorrangigen Ausschluss einer organischen Ursache durch kardiales (EKG) und endoskopische Abklärung (Ösophagogastroduodenoskopie).

Der Nachweis der Hyperkontraktilität erfolgt röntgenologisch mittels Ösophagus-Breischluck oder manometrischer Messung des intraösophagealen Druckes (Ösophagusmanometrie).

6.1 Differentialdiagnostik

Differentialdiagnostisch ist an einen gastroösophagealen Reflux oder einen diffusen Ösophagusspasmus zu denken. Zur Differentialdiagnostik der retrosternalen Schmerzen, siehe dort.

7 Therapie

Im Vordergrund der Therapie steht die Behandlung der Grunderkrankung, sofern vorhanden.

Bei akutem Spasmus und persistierender Einklemmung ist eine endoskopische Dilatation und Entfernung des Speisebolus vorzunehmen.

7.1 medikamentöse Therapie

Eine Spasmolyse der Ösophagusmuskulatur kann medikamentös durch antipropulsiv wirkende Substanzen (z.B. Loperamid) oder Calcium-Antagonisten (z.B. Nifedipin) erreicht werden.

7.2 endoskopische Therapie

Durch endoskopische Botulinumtoxin-Injektionen in die Ösophagusmuskulatur können die Anfälle langfristig gemildert werden.

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