Neurofeedback
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Definition
Neurofeedback ist ein verhaltenstherapeutisches Verfahren, bei dem die Gehirnaktivität eines Patienten in Echtzeit mittels EEG erfasst und rückgemeldet wird. Ziel ist es, neuronale Aktivitätsmuster bewusst wahrzunehmen und zu beeinflussen, um die Eigenregulation spezifischer Hirnareale und -funktionen zu verbessern.
Die Wirksamkeit, Mechanismen sowie Vor- und Nachteile des Neurofeedbacks sind aktuell (2026) Gegenstand vieler Studien.
Wirkmechanismus
Die Neurofeedbacktherapie basiert auf dem Prinzip der operanten Konditionierung. Dabei wird die elektrische oder hämodynamische Aktivität des Gehirns mittels EEG, seltener auch durch fMRI/fNIRS in Echtzeit gemessen und als visuelles oder auditives Feedback zurückgemeldet. Die Patienten lernen, bestimmte Muster der Hirnaktivität gezielt zu verstärken oder zu hemmen. Erwünschte Veränderungen werden durch positives Feedback verstärkt.
Ziel ist es, durch wiederholtes Training die Fähigkeit zur Selbstregulation spezifischer neuronaler Parameter zu verbessern. Bei EEG-Neurofeedback werden meist Frequenzbänder (z. B. Erhöhung von Beta, Reduktion von Theta bei ADHS) oder langsame kortikale Potenziale (SCP) trainiert, um die kortikale Erregbarkeit und damit kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit oder Impulskontrolle zu modulieren.
Indikationen
Die klinische Wirksamkeit von Neurofeedback ist für einzelne Indikationen wie ADHS und Epilepsie am besten untersucht, bleibt aber weiterhin Gegenstand der Forschung und methodischen Diskussion.
Risiken
Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Neurofeedback zählen milde, überwiegend vorübergehende Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Diese Symptome klingen meist schnell wieder ab und können durch eine Anpassung des Trainingsprotokolls in den folgenden Sitzungen vermieden werden.
Schwerwiegende oder dauerhafte Nebenwirkungen sind laut Fachliteratur selten.
Kontraindikationen
Absolute Kontraindikationen für Neurofeedback sind in der Literatur nicht eindeutig definiert. Dennoch gibt es einige relative Kontraindikationen, die häufig in der klinischen Praxis umgesetzt werden. Dazu gehören akute psychotische Episoden, nicht kontrollierbare Epilepsie, schwere kognitive Einschränkungen sowie fehlende Fähigkeit zur Compliance.
Quellen
- Sitaram et al., Closed-loop brain training: the science of neurofeedback, Nat Rev Neurosci, 2017
- Westwood et al., Neurofeedback for Attention-Deficit/Hyperactivity Disorder: A Systematic Review and Meta-Analysis, JAMA Psychiatry, 2025
- Hurt et al., Quantitative EEG neurofeedback for the treatment of pediatric attention‑deficit/hyperactivity disorder, autism spectrum disorders, learning disorders, and epilepsy, Child Adolesc Psychiatr Clin N Am, 2014
- Micoulaud-Franchi et al., Electroencephalographic neurofeedback: Level of evidence in mental and brain disorders and suggestions for good clinical practice, Neurophysiol Clin, 2015
- Thibault et al., Neurofeedback, Self-Regulation, and Brain Imaging: Clinical Science and Fad in the Service of Mental Disorders, Psychother Psychosom, 2015