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Nervus coccygeus (Veterinärmedizin)

Synonyme: N. coccygeus, Nervus caudalis, Schwanznerv

1 Definition

Die Nervi coccygei sind die am weitesten kaudal austretenden Spinalnerven beim Haussäugetier.

2 Anatomie

Im Gegensatz zum Menschen (einzelner Nervus coccygeus) besitzen Haussäugetiere tierartlich unterschiedlich viele Schwanznerven.

Tier: Anzahl:
Katze 7 bis 8
Hund 5
Rind, Pferd, Schwein, Schaf 5 bis 6
Ziege 4

2.1 Verlauf

Die Nervi coccygei entspringen dicht aufgeschlossen aus dem Conus medullaris des Rückenmarks. Sie verlaufen als gebündelte Nervenstränge der Cauda equina (das Filum terminale ringsum umschließend) durch den Wirbelkanal des Kreuzbeins (Os sacrum) schwanzwärts. Der erste Schwanznerv tritt zwischen dem 1. und 2. Schwanzwirbel aus und teilt sich im weiteren Verlauf in einen dorsalen und einen ventralen Ast. Die übrigen Schwanznerven folgen dem selben Prinzip.

2.2 Geflechtbildung

Die Dorsal- und Ventraläste der Nervi coccygei stehen über schlingenartige Querverbindungen untereinander und mit den entsprechenden Ästen der letzten Kreuznerven (Nervi sacrales) in Verbindung. Zusätzlich zweigen von den Ventralästen zarte Rami communicantes an den Schwanzteil des Truncus sympathicus ab. Auf diese Weise entsteht jederseits ein dorsales und ein ventrales Nervengeflecht. Sie werden als Plexus caudalis dorsalis und Plexus caudalis ventralis bezeichnet. Die Nervengeflechte begleiten die Arteriae caudales dorsolateral und ventrolateral.

Der Plexus caudalis dorsalis befindet sich zwischen dem Musculus sacroccygeus dorsalis lateralis und den Musculi intertransversarii caudae. Er liegt dorsal der Querfortsätze (Processus transversi) der Schwanzwirbel und kann bis zur Schwanzspitze verfolgt werden.

Der Plexus caudalis ventralis ist aus kräftigen Nervensträngen aufgebaut, die sich deutlich vom Plexus caudalis dorsalis abheben. Sie liegen nahe dem Wirbelkörper zwischen dem Musculus sacroccygeus ventralis lateralis und den Musculi intertransversarii caudae.

2.3 Versorgungsgebiet

Die aus dem Plexus caudalis dorsalis hervorgehenden Äste versorgen die umliegenden Muskeln, insbesondere den Musculus sacroccygeus dorsalis medialis, Musculus sacrococcygeus dorsalis lateralis und die Musculi intertransversarii caudae. Über sensible Fasern wird zusätzlich noch die Haut an der Dorsalseite des Schwanzes innerviert.

Die Äste des Plexus caudalis ventralis versorgen den Musculus sacroccygeus ventralis lateralis und die Musculi intertransversarii caudae sowie mit sensiblen Fasern zusätzlich noch die Haut an der Schwanzunterseite.

3 Literatur

  • Nickel, Richard, August Schummer, and Eugen Seiferle. Band IV: Nervensystem. Lehrbuch der Anatomie der Haustiere. Parey, 2004.

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