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Nanophyetose (Hund)

Synonym: Nanophyetus salmincola-Infektion beim Hund

1 Definition

Als Nanophyetose beim Hund bezeichnet man eine durch Parasiten verursachte Infektionskrankheit beim Hund.

2 Erreger

Die Nanophyetose wird durch Nanophyetus salmincola aus der Familie der Troglotrematidae verursacht. Der Erreger ist ein 0,8 bis 2,5 mm langer und birnenförmiger Trematode, der im Dünndarm von Fleischfressern (Waschbär, Kojote, Fuchs, Skunk, Hund, u.a.) parasitiert. Gelegentlich ist er auch in Vögeln nachzuweisen.

Die Unterart Nanophyetus salmincola salmincola kann an der Nordpazifikküste der USA angetroffen werden, wohingegen Nanophyetus salmincola schikhobalowi im Nordosten von Russland verbreitet ist. Ein Befall des Menschen wird in den USA sporadisch und in Russland ziemlich häufig beschrieben.

3 Entwicklung

Nanophyetus salmincola salmincola parasitiert in den USA die Flussschnecke Juga plicifera als erster Zwischenwirt. Als zweiter Zwischenwirt gelten verschiedene Fischarten, v.a. Lachse und andere Salmoniden.

4 Epidemiologie

Im pazifischen Nordwesten der USA hat dieser Parasit eine besondere Bedeutung, weil mit seinen in Fischen enthaltenen Metazerkarien Neorickettsia helminthöca übertragen wird. Diese pathogene Rickettsienart (für den Menschen ungefährlich) führt bei Fleischfressern zu einer hämorrhagischen Enteritis mit Lymphknotenschwellung ("Salmon-poising Disease"). Die Erkrankung verläuft für gewöhnlich letal, insofern die befallenen Tiere nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt werden. Zusätzlich kann noch eine weitere, weniger pathogene Rickettsie - das "Elokomin-Agent" (Elokomin fluke fever) - durch Nanophyetus übertragen werden.

5 Klinik

Eine Nanophyetose ohne Beteiligung von Rickettsien kann Durchfall verursachen.

6 Diagnose

Eine Diagnose wird mittels Nachweis der Eier (52 bis 82 x 32 bis 56 μm groß) im Kot gestellt.

7 Therapie

Die Therapie kann mit Praziquantel in Dosen von 8 bis 10 mg/kgKG (s.c. oder i.m.) erfolgen.

8 Prophylaxe

Eine Nanophyetose kann durch Kochen der Fische vor dem Verfüttern verhindert werden.

9 Literatur

  • Boch, Josef, Supperer, Rudolf. Veterinärmedizinische Parasitologie. 6. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Parey Verlag, 2005

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