Merlin
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LoslegenSynonym: Schwannomin
Definition
Das Protein Merlin ist ein Tumorsuppressorprotein, dessen Funktionsausfall zu einer NF2-bedingten Schwannomatose oder zu sporadischen Tumoren führt. Merlin ist ein Akronym aus Moesin-Ezrin-Radixin like protein.
Genetik
Merlin wird durch das Gen NF2 kodiert. Es liegt auf Chromosom 22 am Genlokus 22q12.2.
Struktur
Merlin hat eine Länge von 595 Aminosäuren und ist ein Aktin-bindendes Protein aus der Gruppe der ERM-Proteine, mit denen es im N-terminalen Bereich (FERM-Domäne) große Homologie teilt. Ähnlich den ERM-Proteinen vermittelt Merlin die Assoziation von Membranproteinen mit dem kortikalen Zytoskelett.
Pathogenetik
Im Falle seiner Mutation verursacht Merlin eine NF2-bedingte Schwannomatose, die durch das Auftreten von bilateralen Akustikusschwannomen sowie multiplen Meningeomen gekennzeichnet ist. Sie wird autosomal-dominant vererbt. Entsprechend der Knudson-Hypothese bedarf es zur Tumorentwicklung der Inaktivierung beider Allele des Gens. Betroffenen Patienten fehlt ein funktionstüchtiges Allel entweder aufgrund einer Keimzellmutation oder einer de-novo-Mutation ("first hit"). Später im Leben kann es dann zur Tumorentstehung aus denjenigen Zellen kommen, welche auch die Funktion des verbliebenen, normalen (Wildtyp-) NF2-Allels verlieren ("second hit").
Merlin ist in der Lage, auf verschiedene Signalwege hemmenden Einfluss auszuüben. Es vermittelt Signale zur Kontaktinhibition, reguliert die Zellmigration und verhindert die Zellproliferation durch Inhibierung kleiner G-Proteine wie Ras und Rac.