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Mouches volantes

Synonym: Mückensehen
Englisch: floaters

1 Definition

Als Mouches volantes bezeichnet man mehr oder weniger wahrnehmbare Punkte, Flecken oder fadenartige Strukturen im Gesichtsfeld.

2 ICD10-Codes

  • H43.2: Kristalline Ablagerungen im Glaskörper
  • H43.3: Sonstige Glaskörpertrübungen

3 Ätiologie

Bei den Mouches volantes handelt sich um eine sog. entoptische Erscheinung, die durch anatomische Gegebenheiten des Augeninnern bedingt ist, aber subjektiv im Außenraum vor dem Auge lokalisiert wird. Mouches volantes entstehen meist durch Trübungen des Glaskörpers, die Schatten auf die Netzhaut werfen. Diese Schatten werden als krumme, kurze oder lange Fäden oder Schlieren wahrgenommen, die durch das Gesichtsfeld schweben. Sie haben auf die Sehschärfe keinen Einfluß.

3.1 Canalis hyaloideus

Eine Ursache für Mouches volantes ist wahrscheinlich der Cloquetsche Kanal (Canalis hyaloideus) als Rest der zurückgebildeten Arteria hyaloidea, die während der Embryonalentwicklung den Glaskörper und die Linse mit Blut versorgt. Später erfolgt die Versorgung zumindest der Linse durch Diffusion.

3.2 Degenerative Veränderungen

Bei Menschen ab dem vierzigsten Lebensjahr kann eine Schrumpfung und Verflüssigung des Glaskörpers (Syneresis) als normaler Alterungsprozess einsetzen. Die Kollagenfasern verdichten sich im Glaskörper zu Fibrillen und der Glaskörper hebt sich als Folge der Schrumpfung nach und nach von der Netzhaut ab. Diese Glaskörperablösung und -verflüssigung ist die Ursache neu hinzukommender Trübungen. Bei einer akuten Glaskörperablösung kann ein beträchtlicher "Mückenschwarm" vor dem Augenzentrum entstehen.

3.3 Weitere Ursachen

Weitere Ursachen für den Schattenwurf auf die Netzhaut können Trübungen der Hornhaut und/oder der Linse sein.

4 Krankheitswert

Das "Mückensehen" ist bis zu einem gewissen Grad völlig harmlos, weil es selbst im jungen gesunden Auge auftritt. Solange die Netzhaut durch die Ablösung des Glaskörpers (Cave Netzhautablösung!) nicht verletzt wurde, sind diese Trübungen harmlos. Die genaue Beurteilung sollte durch den Augenarzt erfolgen.

5 Therapie

5.1 Konservativ

Die beste "Therapie" gegen die Mouches volantes ist es, sich an diese zu gewöhnen. Bis zu einem gewissen Maß ist das Gehirn in der Lage, die Wahrnehmung mit der Zeit auszublenden.

In seltenen Fällen gelingt dies nicht. Ein störungsspezifisches psychotherapeutisches Behandlungskonzept kann Patienten bislang nicht angeboten werden.

5.2 Vitrektomie

In schweren Fällen kann eine operative Entfernung der Glaskörpertrübungen erwogen werden. Hierbei wird der zentrale Teil des Glaskörpers mitsamt den Trübungen entfernt (Vitrektomie). Eine Vitrektomie ist jedoch ein gravierender Eingriff am Auge, der zu einer beschleunigten Kataraktentwicklung führt und mit der möglichen Komplikation des Totalverlusts des betroffenen Auges verbunden sein kann.

5.3 Neodym-YAG-Laser-Vitreolyse

Eine weitere Option ist die thermische Zersprengung der Glaskörpertrübungen mit Hilfe eines YAG-Lasers. Sie eignet sich jedoch nur für Befunde, die vom Arzt im Glaskörper klar abgegrenzt werden können. Die Veränderungen dürfen zudem nicht nahe an der Retina oder der Linse liegen. Gegenüber der Vitrektomie ist diese Methode schonender, sie hat aber nicht die gleichen Erfolgsquoten.[1] Durch die Zersprengung können neue Mouche volantes entstehen.

6 Quellen

  1. Delaney YM wt al.: Nd:YAG vitreolysis and pars plana vitrectomy: surgical treatment for vitreous floaters. Eye 2002; 16: 21-26

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Fachgebiete: Augenheilkunde

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