Metomidat-PET
Definition
Das Metomidat-PET ist ein nuklearmedizinisches Bildgebungsverfahren zur funktionellen Darstellung adrenokortikaler Tumore.
Hintergrund
Metomidat ist ein selektiver Inhibitor der 11β-Hydroxylase, die fast ausschließlich in der Zona fasciculata und der Zona reticularis der Nebennierenrinde exprimiert wird. Nach intravenöser Gabe eines mit 11C oder 18F markierten Metomidat-Derivats reichert sich der Radiotracer selektiv in adrenokortikalem Geweben mit hoher Expression an. Die Verteilung kann mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET) sichtbar gemacht und quantifiziert werden
Anwendung
Das Metomidat-PET weist eine hohe Sensitivität und Spezifität für Läsionen adrenokortikalen Ursprungs auf, darunter adrenokortikale Adenome, Karzinome und Hyperplasien. Nicht-adrenokortikale Tumore zeigen in der Regel keine relevante Traceraufnahme. Dies ist besonders relevant bei der Abklärung von unklaren Nebenniereninzidentalomen und zur Differenzierung zwischen adrenokortikalen und nicht-adrenokortikalen Tumoren. Bei der Diagnostik des primären Hyperaldosteronismus stellt das Metomidat-PET eine nicht-invasive Ergänzung zum Nebennierenvenenkatheter dar.
Eine zuverlässige Unterscheidung zwischen benignen und malignen adrenokortikalen Tumoren ist mit dieser Methode nicht möglich. Zur Malignitätsbeurteilung wird daher bevorzugt die FDG-PET eingesetzt.
Literatur
- Wu et al., [11C]metomidate PET-CT versus adrenal vein sampling for diagnosing surgically curable primary aldosteronism: a prospective, within-patient trial, Nat Med, 2023
- Cardenas et al., 11C-metomidate PET in the diagnosis of adrenal masses and primary aldosteronism: a review of the literature, Endocrine, 2020
- Vaidya et al., The Promise of Nuclear Imaging as an Alternative to Adrenal Venous Sampling for the Detection of Aldosterone-producing Adenomas, The Journal of clinical endocrinology and metabolism, 2024