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Mescalin

(Weitergeleitet von Meskalin)

Synonyme: Meskalin, 3,4,5-Trimethoxyphenethylamin
Englisch: Mescaline

1 Definition

Mescalin ist ein Stoff aus der Gruppe der halluzinogenen Alkaloide. Chemisch gehört es zur Klasse der Phenethylamine.

2 Natürliches Vorkommen

Mescalin ist in einigen Kakteenarten enthalten, aus denen es auf natürlichem Wege isoliert werden kann. In folgenden Kakteen konnte Mescalin sicher nachgewiesen werden:

3 Chemische Eigenschaften

  • Mescalin ist löslich in Wasser, Alkohol und in Chloroform
  • es kann mittels Extraktion aus den oben genannten Kakteenarten gewonnen werden
  • eine synthetische Herstellung ist ebenfalls möglich

4 Geschichte

  • im Jahre 1896 gelang dem deutschen Chemiker und Pharmakologen Arthur Heffter als erstes die Extraktion und Isolierung von Mescalin aus Kakteen
  • im folgenden Jahrhundert – im Jahre 1919 – wurde durch den österreichischen Chemiker Ernst Späth die genaue Struktur von Mescalin aufgeklärt. Ferner gelang ihm als Erster die chemische Synthese dieses halluzinogenen Alkaloides.

5 Pharmakologie

Wie bei den meisten halluzinogenen Alkaloiden aus der chemischen Gruppe der Phenethylamine beruht der zentrale Wirkungsmechanismus auf einer Bindung von Mescalin an den 5-HT-2A-Rezeptor des Serotonins. Dieser wird aktiviert und es kommt zu einem Eingreifen in den Serotonin Stoffwechsel. Dabei fungiert Mescalin als Partialantagonist. Des Weiteren besitzt Mescalin eine starke Bindungsaffinität zum 5-HT-2C-Rezeptor.

6 Wirkungen

Bevor es zur eigentlichen psychogenen Wirkung kommt, erleidet der Konsument zunächst Übelkeit und manchmal kommt es auch zum Erbrechen. Der eigentliche Drogenrausch des Mescalins dauert in der Regel zwischen 6 und 10 Stunden. Nachwirkungen sind auch über diesen Zeitraum hinaus häufig zu beobachten. Bei oraler Aufnahme liegt die wirksame Dosis bei 200 – 400 mg bei der Verabreichung von Mescalin-Sulfat und bei 178 - 356 mg bei Gabe von Mescalin-Hydrochlorid. Die eigentlichen psychogenen Wirkungen bestehen im Normalfall aus folgenden Symptomen bzw. Elementen:

  • anfangs Hyperaktivität und starke innere Unruhe
  • leicht veränderte Wahrnehmung der Umwelt
  • Intensivierung der Farbwahrnehmung
  • Visionen, begleitet von mitunter sehr realistisch erscheinenden Halluzinationen
  • Traumbilder bis hin zu starken Albträumen
  • Realitätsverlust
  • subjektive Verschärfung aller Sinneseindrücke
  • halluzinatorische Visionen mit intensiven Glücksgefühlen und religiöser Tiefe (das Gefühl der Anwesenheit einer höheren Macht)

7 Rechtliches

Mescalin gilt in der Bundesrepublik Deutschland nach der Vierten Betäubungsmittel-Gleichstellungsverordnung (4. BtMGlV) vom 21. Februar 1967, in Kraft getreten am 25. Februar 1967, als nicht verkehrsfähiges Betäubungsmittel. Dadurch ist der Umgang mit Mescalin ohne Erlaubnis grundsätzlich strafbar. Die Kakteen selber fallen nicht unter das Betäubungs- bzw. Suchtmittelgesetz, obwohl Mescalin-haltige Arten in deutschen Gärtnereifachgeschäften erhältlich sind.

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