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Kombinierte Persönlichkeitsstörung

Englisch: combined personality disorder

1 Definition

Eine kombinierte Persönlichkeitsstörung ist eine Form der Persönlichkeitsstörung, bei der psychische Symptome vorliegen, die nicht spezifisch nach dem ICD-Schlüssel kategorisierbar sind.

2 Ätiologie und Pathogenese

Die Ätiologie dieser Form von Persönlichkeitsstörung unterscheidet sich nicht von der Entstehung anderer Persönlichkeitsstörungen. Sie kann z.B. durch schwierige Entwicklungsbedingungen in der Kindheit oder späteren Lebensabschnitten, genetische Faktoren oder erworbene Hirnschäden entstehen.

3 Einteilung

Die kombinierte Persönlichkeitsstörung ist unter F61 gelistet. Da bei dieser Form kein Symptom vorherrschend ist und typische Varianten der Persönlichkeit fließend ineinander laufen, gestaltet sich die Diagnosestellung dieser speziellen Form häufig schwierig.

4 Diagnostik

Diagnostisch ist es wichtig, Persönlichkeitsstörungen von anderen psychiatrischen Erkrankungen abzugrenzen. Ebenso sollten, da diese Form eher untypisch ist, organische Ursachen ausgeschlossen werden. Zur Diagnosestellung bieten sich mehrere psychologische Testverfahren, wobei häufig das Freiburger-Persönlichkeits-Inventar, ein Selbstbefragungsbogen, zum Einsatz kommt.

5 Klinik

Da Betroffene mehrere Symptombilder aufweisen, ist es schwer, den Erkrankten pauschale Eigenschaften zuzuschreiben. Empirisch weisen Menschen mit dieser Erkrankung Motivations- und Antriebslosigkeit sowie depressive Verstimmungen auf. Auch sind das Verkennen von Situationen, Emotionen, der Mimik anderer und eine teils ausgeprägte Störung der Affektivität möglich.

Das Krankheitsbild in seiner Gesamtheit kann Störungen in der Alltagskompetenz, des Arbeitslebens und der Fähigkeit zur sozialen Interaktion herbeiführen. Das kann unteranderem zur Folge haben, dass sich Betroffene isolieren bzw. isoliert fühlen und z.B. zu Aggressionen neigen.

Patienten mit dieser Diagnose in psychiatrischen Einrichtungen (vor allem in geschlossenen Psychiatrien und forensischen Psychiatrien) sollten daher engmaschig beobachtet werden, da es bei dieser Form der Persönlichkeitsstörung besonders schwierig ist, Impulsivität oder Raptusartige Übergriffe auszuschließen.

6 Therapie

Die Therapie besteht aus psycho- bzw. soziotherapeutischer Intervention. Die Motivation des Patienten spielt hier eine wichtige Rolle, da die Therapie Persönlichkeitsgestörter erfahrungsgemäß langwierig ist, wobei das therapeutische Ziel oft eine Kompensation und Alltagstauglichkeit anstrebt.

Wichtige begleitende Elemente in der Betreuung der Erkrankten sind:

Weiterhin können Psychopharmaka indiziert sein. Diese bewirken jedoch nur eine Verminderung der Symptome.

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