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Karotissinussyndrom

Synonyme: hypersensitives Carotissinussyndrom (HCSS), Syndrom des hypersensitiven Karotissinus
Englisch: carotid sinus syndrome

1 Definition

Als Karotissinussyndrom bezeichnet man die Hyperreagibilität des Pressorezeptorenreflexes in Folge einer arteriosklerotisch oder tumorbedingten Gefäßstenose im Bereich des Sinus caroticus.

2 Physiologie

Der Karotissinus enthält zahlreiche Barorezeptoren, die bei der Blutdruckregulation eine wichtige Rolle spielen. Seine viszerosensible Innervation erfolgt durch einen Ast des Nervus glossopharyngeus, dessen Afferenzen im Nucleus tractus solitarii (NTS) in der Medulla oblongata verschaltet werden. Der NTS wiederum moduliert indirekt (via Hypothalamus) die Aktivität sympathischer und parasympathischer Neuronen in der Medulla oblongata und im Pons - und beeinflusst damit die Kontrolle des vegetativen Nervensystems über das kardiovaskuläre System.

3 Klinik

Bereits geringe Druckeinwirkungen auf die Karotisgabel, z.B. durch Krawatte oder Hemdkragen, oder Bewegungen des Kopfes induzieren eine durch die Pressorezeptoren hervorgerufene Steigerung des Vagotonus, die sich symptomatisch

äußert.

4 Diagnostik

Die Symptome sind iatrogen mittels Karotisdruckversuch induzierbar. Die Ursachenabklärung erfolgt mittels sonographischer (Dopplersonographie, Duplexsonographie) Darstellung des Sinus caroticus. Differentialdiagnostisch gilt die erweiterte Ursachenabklärung der Synkope.

5 Therapie

In Abhängigkeit der Auftretenshäufigkeit synkopaler Beschwerden ist die Implantation eines Herzschrittmachers indiziert.

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