Kardialer Funktionsindex
Englisch: cardiac function index (CFI)
Definition
Der kardiale Funktionsindex, kurz CFI, ist ein hämodynamischer Parameter zur Beurteilung der globalen systolischen Pumpfunktion des Herzens. Er wird aus dem Verhältnis von Herzzeitvolumen (HZV) zum globalen enddiastolischen Volumen (GEDV) berechnet. Die Angabe erfolgt in min⁻¹.
Hintergrund
Der kardiale Funktionsindex beschreibt das Verhältnis zwischen enddiastolischem Füllungsvolumen und resultierendem Herzzeitvolumen. Das globale enddiastolische Volumen (GEDV) dient als volumetrischer Surrogatparameter der Vorlast beider Ventrikel.
Im Unterschied zur linksventrikulären Ejektionsfraktion, die bildgebend bestimmt wird, basiert der CFI auf hämodynamischen Messungen mittels transpulmonaler Thermodilution. Er erfasst die globale systolische Pumpfunktion beider Herzkammern. Veränderungen des CFI reflektieren eine verminderte oder gesteigerte kardiale Kontraktilität im Kontext der aktuellen Volumenbelastung.
Formel
Alternativ:
Dabei entspricht CI dem Herzindex und GEDI dem globalen enddiastolischen Volumenindex.
Messung
Die Bestimmung erfolgt mittels transpulmonaler Thermodilution über ein arterielles Thermistor-Katheter-System. Nach Injektion eines Kältebolus in eine zentrale Vene wird die Temperaturkurve in einer peripheren Arterie analysiert.
Aus der Thermodilutionskurve werden HZV und GEDV berechnet. Der CFI ergibt sich rechnerisch aus diesen Parametern.
Referenzbereich
Der kardiale Funktionsindex liegt physiologisch typischerweise bei 4,5–6,5 min⁻¹.
Interpretation
- Ein erniedrigter CFI spricht für eine eingeschränkte systolische Pumpfunktion.
- Erhöhte Werte können bei hyperdynamen Kreislaufzuständen auftreten.
Der CFI dient der hämodynamischen Beurteilung bei septischem Schock, kardiogenem Schock und komplexen intensivmedizinischen Situationen.
Abgrenzung
Der kardiale Funktionsindex unterscheidet sich von der Ejektionsfraktion, die echokardiographisch bestimmt wird. Er basiert auf volumetrischen Messungen der Thermodilution und ist nicht identisch mit druckbasierten Parametern wie dem pulmonalkapillären Verschlussdruck.