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Intrauterinsystem

Synonyme: IUS, Hormon-IUP, intrauterines System, Intrauterinpessar, Hormonspirale
Handelsnamen: Mirena®, Jaydess®, KyleenTM, Levosert®

1 Definition

Ein Intrauterinsystem, kurz IUS, ist ein kleiner, T-förmiger, Gestagen-abgebender Kunststoffkörper, der in die Gebärmutter (Uterus) eingesetzt wird.

2 Aufbau

Ein Intrauterinsystem besteht in der Regel aus einem ca. 3 cm langen, dünnen Kunststoffstäbchen, das nach der Einlage in den Uterus kontinuierlich das Hormon Levonorgestrel abgibt. Die T-Form des Kunststoffstäbchens passt sich dabei der Anatomie der Gebärmutter an.

Der Levonorgestrel enthaltende Arzneikern befindet sich in einem zylinderförmigen Depot am unteren Ende des vertikalen Schafts des Kunststoffkörpers. Die Freisetzungsrate beträgt ca. 20 µg in 24 h. Am unteren Ende der Hormonspirale befindet sich ein Loch, an dem die Kontroll- bzw. Rückholfäden befestigt sind. Die Patientin kann die Fäden selber ertasten und somit den Sitz der Spirale grob überprüfen. Eine Schwangerschaft wird sowohl hormonell durch das Hormon Levonorgestrel als auch mechanisch durch den Kunststoffkörper verhindert.

3 Anwendung

Die Insertion eines IUS wird von einem Gynäkologen durchgeführt. Sie wird - wenn der Zervixkanal genügend dehnbar ist - in der Regel ohne Lokalanästhesie durchgeführt, wenn bis Hegar 4,5 dilatiert werden kann. In Einzelfällen - insbesondere bei Nulligravidae - wird eine Lokalanästhesie durchgeführt.

4 Indikationen

5 Pearl-Index

Die Hormonspirale hat den Pearl-Index 0,1 und kann drei bis fünf Jahre getragen werden.

6 Wirkungen

  • Levonorgestrel verändert die Zusammensetzung und Konsistenz des Zervixschleims. Die Viskosität des Zervixschleims wird erhöht und erschwert die Penetration der Spermien.
  • Die Veränderung des Uterusmilieus hemmt die Kapazitation der Spermien.
  • Levonorgestrel hemmt die Östrogenwirkung an der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) durch Down-Regulation der Östrogenrezeptoren und damit die Proliferation des Endometriums. Die Möglichkeit der Einnistung befruchteter Eizellen wird erschwert.
  • Nach längerer Anwendungsdauer kommt es zu einem reversiblen Ruhezustand des Endometriums, und damit zu einer Verminderung der Blutungsintensität.

Fachgebiete: Gynäkologie

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