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Hypothyreose (Katze)

Synonym: Schilddrüsenunterfunktion
Englisch: hypothyroidism

1 Definition

Unter Hypothyreose versteht man bei der Katze eine Unterfunktion der Schilddrüse, die – verglichen mit Hunden – sehr selten auftritt.

2 Ätiopathogenese

Es können eine kongenitale, iatrogene und spontan erworbene Form unterschieden werden.

2.1 Kongenitale Hypothyreose

Die kongenitale Hypothyreose kann in zwei Formen unterteilt werden:

Beide Formen treten familiär gehäuft auf. Es wird vermutet, dass es sich um eine autosomal-rezessive Vererbung handelt.

2.2 Iatrogene Hypothyreose

Die iatrogene Hypothyreose ist die häufigste Form der Hypothyreose bei der Katze. Sie kann als Folge jeglicher Therapie einer Hyperthyreose (medikamentöse, Thyreoidektomie, Radiojodtherapie) auftreten.

2.3 Spontan erworbene Hypothyreose

Eine spontan erworbene Hypothyreose ist bei der Katze extrem selten. Sie z.B. kann als Folge einer Thyreoiditis oder eine idiopathische Atrophie entstehen.

3 Klinik

Katzen mit der kongenitalen Form zeigen charakteristischerweise einen dysproportionalen Zwergwuchs. Dieser ist durch einen großen und breiten Kopf mit kurzem Nacken und kurze Gliedmaßen gekennzeichnet. Das Haarkleid besteht bei diesen Tieren überwiegend aus Unterwolle, wohingegen kaum Deckhaar vorhanden ist.

Katzen mit iatrogener Hypothyreose zeigen häufig keine klinischen Symptome, jedoch ergeben Blutuntersuchungen erniedrigte T4-Werte und eventuell erhöhte TSH-Werte.

Tiere mit spontan erworbener Hypothyreose können ähnliche Symptome zeigen wie hypothyreote Hunde, unter anderem:

Im Gegensatz zum Hund kann es auch zu Fressunlust kommen.

4 Diagnostik

Die Diagnose kann mittels Analyse der Serum-T4-Konzentration gestellt werden. T4-Serumkonzentrationen im Referenzbereich schließen dabei eine Hypothyreose aus. Umgekehrt können T4-Werte unterhalb des Referenzbereichs jedoch auch im Rahmen von anderen Krankheiten ("Euthyroid-Sick-Syndrom") auftreten. Eine weitere Schwierigkeit besteht bei der kongenitalen Form darin, dass für Katzenwelpen derzeit (2021) keine etablierten Referenzbereiche vorliegen.

Die Bestimmung von TSH kann hilfreich sein, um die Diagnose zu bestätigen, insofern der Wert erhöht ist. In unklaren Fällen ist zusätzlich ein TSH-Stimulationstest möglich.

Eine Szintigraphie der Schilddrüse kann ergänzend durchgeführt werden. Dieses Verfahren ist jedoch aufwendig und nicht in jedem Fall zuverlässig.

5 Therapie

Die Behandlung erfolgt mittels oraler Thyroxinsubstitution. Die Anpassung der Dosis muss anhand der klinischen Symptome und der Serum-T4-Konzentration durchgeführt werden.

6 Quellen

  • Hämmerling R (Hrgs.). 2009. Praxis der endokrinologischen Krankheitsbilder bei Hund und Katze. Von der Pathophysiologie zur Therapie. Stuttgart: MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG. ISBN: 978-3-8304-4181-6
  • Lutz H, Kohn B, Forterre F (Hrsg.). 2019. Krankheiten der Katze. 6., aktualisierte Auflage. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-13-241649-9

Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2021 um 17:44 Uhr bearbeitet.

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